Weiterhin gewalttätige Ausschreitungen im Norden Algeriens

28. Mai 2001, 20:53
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Bereits 51 Todesopfer - EU ruft zum Dialog auf

Algier/Brüssel - Die gewalttätigen Ausschreitungen zwischen jugendlichen Demonstranten und Anti-Aufruhr-Einheiten im Norden Algeriens sind am Montag erneut aufgeflammt. Nach wenigen Stunden Ruhe hätten die Kämpfe in Tizi Ouzou in der Berber-Region östlich der Hauptstadt Algier erneut begonnen, berichteten Einwohner der Stadt. Am Sonntag hatten mehrere zehntausend Menschen in der Kabylei friedlich gegen die Niederschlagung der Proteste demonstriert. Nach dem Ende der Demonstration griffen Gruppen von Jugendlichen in Bejaia mehrere öffentliche Gebäude an.

Die Europäische Union mahnte angesichts der aktuellen Krise die "Notwendigkeit eines Dialogs" an. Der Konflikt habe strukturelle, wirtschaftliche und soziale Ursachen, sagte ein Sprecher von EU-Außenkommissar Chris Patten.

Nach offiziellen Angaben starben seit Beginn der Proteste in der Berber-Region Mitte April 51 Menschen, etwa 1300 Menschen wurden verletzt. Bei den Todesopfern handelt es sich demnach vorwiegend um Zivilisten. Parteien und Zeitungen sprachen von mindestens 60 bis 80 Toten. Die Proteste hatten sich am Tod eines Jugendlichen entzündet, der am 18. April auf einer Polizeiwache erschossen worden war. Die Berber fordern unter anderem ein Ende der Benachteiligung durch die Regierung. (APA/AP)

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