Flugzeugabsturz in Kärnten: vermutlich Pilotenfehler

28. Mai 2001, 14:18
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Maschine dürfte zu niedrig geflogen sein - drei Tote - eine Überlebende

Klagenfurt - Die Überlebende des Flugzeugabsturzes in Kärnten vom Sonntag, die 18-jährige Daniela Freithofnig, kämpft in der Laibacher Universitätsklinik ums Überleben. Der zuständige Arzt bezeichnete am Montag ihren Zustand als "sehr kritisch". Der Absturz des Sportflugzeuges, bei dem drei Männer ums Leben gekommen waren, dürfte auf einen Pilotenfehler zurück zu führen sein.

Wie die ersten Erhebungen ergaben, war der Pilot, der 49-jährige Arzt Ernst Tölly, sehr tief geflogen. Die Maschine vom Typ "Robin DR 48 RP" stürzte unweit der Ortschaft Zirknitz (Gemeinde Feldkirchen) in rund 1.000 Metern Seehöhe in eine Baumgruppe und explodierte. Der Pilot sowie die mit an Bord befindlichen Siegfried Rebernig (43) und Josef Freithofnig (45) - alle aus der Bezirksstadt Feldkirchen - dürften auf der Stelle tot gewesen sein. Daniela Freithofnig, ein Tischlerlehrling, schleppte sich schwerstens verletzt über eine Wiese zum nächsten Bauernhof.

Die Maschine dürfte schon beim Aufprall explodiert sein. Als die Feuerwehr eintraf, brannte das Wrack lichterloh. "Es war ein Feuerball, das Flugzeug stand in Vollbrand", schildete ein Feuerwehrkommandant. Die Feuerwehrangehörigen mussten wegen Wassermangels zunächst mit Handfeuerlöschern die Flammen bekämpfen. Es bestand das Risiko weiterer Explosionen.

Die Maschine des Motorfliegerclubs Feldkirchen war Sonntag am frühen Nachmittag zu einem Rundflug über Mittelkärnten gestartet. Zum Zeitpunkt des Unglücks gab es schönstes Wetter und klare Sicht. Detail am Rande: Die Frau von Josef Freithofnig und Mutter von Daniela fand in der Maschine keinen Platz mehr und wartete auf dem Feldkirchener Flugplatz vergeblich auf die Rückkehr ihrer Familie. (APA)

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