Demonstranten gedenken Tienanmen- Massaker

27. Mai 2001, 16:39
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Freilassung der Anhänger der Demokratiebewegung gefordert

Hongkong - Mehr als 1000 Demonstranten haben am Sonntag in Hongkong an das Massaker von 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking erinnert. Sie forderten China auf, alle inhaftierten Anhänger der Demokratiebewegung frei zu lassen. Zudem sollte die kommunistische Regierung in Peking von ihrer offiziellen Sprachregelung abkehren, nach der die damaligen Studenten-Proteste eine Konterrevolution gewesen seien, und ihr Einparteiensystem aufgeben. Die chinesische Armee beendete die Studentenproteste damals mit dem Einsatz von Panzern. Dabei wurden Hunderte, möglicherweise sogar Tausende Demonstranten getötet.

Am 4. Juni jährt sich der Tag der Niederschlagung der Studentenproteste zum zwölften Mal. Die Hongkonger Demonstranten wollen nach eigenen Angaben mit ihrem Protest die Anliegen von damals den Jüngeren in Erinnerung halten. "Es gibt so viele verschiedene Versionen und so viel Propaganda zu den Vorgängen am 4. Juni. Das kann die Jüngeren verwirren. Wir wollen unseren Kampf für Demokratie an die jüngere Generation weitergeben", sagte eine Sprecherin des Bündnisses zur Unterstützung der chinesischen Demokratiebewegung.

Die Menschen in der Sonderverwaltungszone Hongkong genießen mehr Freiheiten als im übrigen China. Hongkong ging 1997 von britischer - es war bis dahin Kronkolonie gewesen - wieder in chinesische Hoheit über. (APA/Reuters)

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