Mazedonischer Ex-Präsident Gligirov lehnt ethnischen Dialog ab

27. Mai 2001, 16:24
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Surroi: Trotz Waffenruhe-Aufruf gehen Militäraktionen gegen Rebellen weiter

Sofia - Der frühere mazedonische Präsident Kiro Gligorow hat einen "Übergang zum ethnischen Dialog" zwischen den slawischstämmigen Mazedoniern und der albanischen Volksgruppe zur Lösung des Konflikts in dem Balkanstaat abgelehnt. "Die Forderung nach einen Zwei-Nationen-Staat beseitigt das Parlament, die Regierung und die Rechte der einzelnen Staatsbürger", sagte Gligorow am Sonntag vor der Presse in Sofia. "Mit Gewalt und Waffen" werde das Problem aber auch nicht gelöst. Die mazedonische Armee könne zwar "innerhalb von wenigen Tagen" mit den Rebellen fertig werden. Die Frage sei aber vielmehr, wie Gewaltanwendung vermieden werden könne.

Nach Ansicht von Veton Surroi, Herausgeber der kosovo-albanischen Zeitung "Koha Ditore", sollten die Führer der albanischen Rebellen in Mazedonien aufgerufen werden, die Waffen niederzulegen. Das hätten die Chefs der zwei mazedonisch-albanischen Parteien (FDP und DPA) - Imer Imeri und Arben Xhaferi - zwar schon getan. Doch die militärische Aktion (gegen die Rebellen) gehe ungehindert weiter, sagte Surroi.

Gligorow und Surroi waren neben Politikern aus fünf weiteren südosteuropäischen Staaten nach Sofia gekommen, um auf Anregung des ersten nichtkommunistischen Präsidenten Bulgariens, Schelju Schelew (1990-1997) einen politischen Club des Balkans zu gründen, der Konflikte in der Region vermeiden helfen und die Zusammenarbeit stärken soll.

Zu den Mitbegründern des Clubs unter dem Motto "Europäisierung des Balkans" gehören der frühere bulgarische König Simeon II., die Ex- Präsidenten der Türkei und Rumäniens - Suleyman Demirel und Emil Constantinescu - sowie die Präsidenten der Parlamente von Jugoslawien und Bosnien-Herzegovina - Dragoljub Micunovic und Ivo Komsic, der Chef der Sozialistischen Partei Albaniens, Fatos Nano und der frühere griechische Außenminister Mihalis Papakonstantinou. (APA/dpa)

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