Rettung für Libro?

30. Mai 2001, 14:39
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"Format": Einstieg einer Investorengruppe diese Woche möglich - Rettberg laut "profil" auch privat in finanziellen Turbulenzen

Der in die Krise geratene Buch- und Medienhandelskonzern Libro könnte bereits diese Woche durch eine Investorengruppe übernommen werden. Eine rasche und hohe Finanzspritze sei die einzige Rettung vor der drohenden Insolvenz. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Einem Rohbericht des Unternehmensberaters Roland Berger zufolge belaufe sich der Liquiditätsbedarf für die Restrukturierung von Libro auf 1,1 Mrd. S (79,9 Mill. Euro).

Gespräche mit einer Investorengruppe nun weit gediehen

Zu der Gruppe zählten neben internationalen Investmentfonds auch österreichische Unternehmer - einer von ihnen Anton Stahrlinger, Eigentümer des Welser Büro- und Schreibwarengroßhändlers PBS Austria und Betreiber der "Skribo"-Filialen. Der zweite potentielle Käufer, mit dem die Libro-Führung verhandelt, sei der deutsche Medienriese Bertelsmann. Primus-Online, der Internet-Ableger des Metro-Konzerns, interessiere sich für die Web-Tochter von Libro, Lion.cc.

Der neue Käufer müsse allerdings selbst nach Eigentümerschätzungen 700 bis 800 Mill. S Cash mitbringen. Nur dann seien auch die Banken bereit, Kredite zwischen 800 Mill. und 1 Mrd. S nachzulassen, berichtet das "Format".

300 Mill. S brauche Libro sofort zur Bezahlung der Gehälter und zum Wareneinkauf für den Schulbeginn.

Der Kursverfall der Libro-Aktie bringt nun laut einem "profil"-Bericht auch den obersten Libro-Manager Andre Rettberg in finanzielle Schwierigkeiten. Rettberg, der bereits seit dem Börsegang an Libro beteiligt ist, soll aus privaten Geschäften Bankschulden in zweistelliger Millionenhöhe angehäuft und diese mit - mittlerweile praktisch wertlosen - Libro-Aktien besichert haben. Allein bei Creditanstalt dürften sich seine Außenstände auf 30 Mill. S (2,18 Mill. Euro) belaufen, berichtet das Nachrichtenmagazin. (APA)

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