Mr. Greenspans Rede gibt weiter Rätsel auf

28. Mai 2001, 17:48
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US-Kreditmarkt wartet auf neue Daten

New York - Nach einem langen Wochenende des Nachdenkens über den Wirtschaftsausblick von Fed-Chef Alan Greenspan dürften sich die US-Kreditmarktteilnehmer in der kommenden Woche vor allem an Konjunkturdaten orientieren. Mit besonderer Spannung werden am Freitag anstehende Arbeitsmarktdaten sowie der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie erwartet. Für weitere Diskussionen dürfte jedoch auch weiterhin Greenspans Rede vom vergangenen Donnerstag sorgen, da am Markt keine Einigkeit über deren Bedeutung herrschte. Am Montag bleiben die US-Kreditmärkte auf Grund eines Feiertags (Memorial Day) geschlossen.

"Aus irgendeinem seltsamen Grund hat sich der Markt in den Kopf gesetzt, dass die Fed (mit ihren Zinssenkungen) fertig oder fast fertig ist", sagte Richard Gilhooly von BNP Paribas. Die Preise für Zinsfutures signalisieren, dass die Investoren überwiegend mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der Fed-Sitzung im Juni rechnen und danach in diesem Jahr keine Zinsschritte mehr erwarten.

Möglichkeit erneuter Zinssenkungen offen gelassen

Greenspan hatte am Donnerstag auf weiter bestehende Abwärtsrisiken für die US-Wirtschaft hingewiesen und sich dabei die Möglichkeit erneuter Zinssenkungen offen gelassen. Er fügte hinzu, dass der Inflationsdruck in den USA weiterhin eingedämmt sei. Allerdings wies Greenspan auch darauf hin, dass die bisherigen fünf Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr die Wirtschaft voraussichtlich bereits bis zum Jahresende deutlich stützen werden.

Bei fünf Zinssenkung in diesem Jahr reduzierte die Fed den Schlüsselzins um insgesamt 2,5 Prozentpunkte auf aktuell 4,0 Prozent. Das nächste reguläre Treffen des für geldpolitische Beschlüsse zuständigen Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) ist am 26. und 27. Juni.

Von dem Arbeitsmarktbericht am Freitag erwarten die Analysten nach einer Reuters-Umfrage, dass außerhalb der Landwirtschaft im Mai 17.000 Arbeitsplätze verloren gegangen sind nach 223.000 im April. Bei der Arbeitslosenquote prognostizieren die Experten einen Anstieg auf 4,6 von 4,5 Prozent. Beim Einkaufsmanagerindex (NAPM) erwarten die Volkswirte einen leichten Anstieg auf 43,5 von 43,2 Punkten im April. (APA/Reuters)

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