Naguib Machfus setzt sich für angeblich pro-israelischen Autor ein

27. Mai 2001, 11:54
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Der ägyptische Literatur- Nobelpreisträger kritisiert Ali Salims Ausschluss aus dem Schriftstellerverband seines Landes

Kairo - Der ägyptische Literatur-Nobelpreisträger Naguib Machfus hat den Ausschluss des Dramatikers Ali Salim aus dem Schriftstellerverband seines Landes kritisiert. Die Leitung des Verbandes hatte den Autor in der vergangenen Woche wegen angeblicher Kontakte mit israelischen Intellektuellen die Mitgliedschaft entzogen. "Man hätte vor dem Ausschluss zumindest auch die Version Salims zu den Vorfällen hören müssen", sagte der 89-jährige Machfus der arabischen Zeitung "Al Hayat" (Sonntagsausgabe). Das Verfahren sei ohne jede Diskussion mit dem Betroffenen abgelaufen.

Der Verband erklärte dagegen, man habe insgesamt zwölf Mitgliedern aus ähnlichen Gründen mit dem Ausschluss gedroht. Salim sei jedoch der einzige von ihnen gewesen, der daraufhin keinen Brief des Bedauerns geschickt habe. Der Dramatiker gilt in Ägypten als "pro-israelisch". Er hatte in den vergangenen Jahren viele Kontakte mit der israelischen Friedensbewegung und war vor einigen Tagen wegen eines Auftritts im ägyptischen Fernsehen kritisiert worden, bei dem er erneut zum Frieden mit Israel aufgerufen hatte. Mehrere ägyptische Berufsverbände haben seit Jahren ähnliche Israel-Boykott- Regelungen wie der Schriftstellerverband. Diese Regelungen werden jedoch erst seit dem Beginn der jüngsten Gewaltwelle in den Palästinensergebieten wieder strikt angewandt.

Der Romanautor Naguib Machfus, der 1988 den Nobelpreis erhalten hatte, gilt als Befürworter des Friedensvertrags mit Israel. Er hatte in den 70er Jahren auch den damaligen Präsidenten Anwar el Sadat in seinen Friedensbemühungen unterstützt. (APA/dpa)

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    Naguib Machfus

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