Ursachen für HIV-Immunität noch immer unbekannt

28. Mai 2001, 12:01
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Innsbrucker Forscher wollen das Phänomen ergründen

Innsbruck - Innsbrucker Forscher versuchen gemeinsam mit der Universität in Mailand herauszufinden, warum sich manche Homosexuelle trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs mit ihrem HIV-positiven Partner noch nicht mit dem HI-Virus infiziert haben. Vermutet werde bei diesen Personen eine "spezielle Immunantwort", erklärte Heribert Stoiber vom Hygiene-Institut der Universität Innsbruck.

Untersucht werde eine Gruppe Homosexueller aus Florenz, die seit etwa einem Jahr Geschlechtsverkehr mit dem gleichen Partner praktizieren. "Warum sich diese Personen noch nicht infiziert haben, wissen wir nicht", betonte Stoiber. Fest stehe, dass "die große Mehrheit der Viren über die Schleimhäute" in den Körper gelangen. 90 Prozent aller HIV-Infektionen erfolgen generell durch homo- oder heterosexuellen Geschlechtsverkehr, zehn Prozent unter anderem über Bluttransfusionen und intravenösen Drogenkonsum, betonte Stoiber. Das "junge" Projekt laufe seit etwa zwei Wochen.

Gesichert sei, dass das Immunsystem "nicht immer gleich" auf das HI-Virus reagiere, erklärte Stoiber. Rund zehn Prozent aller HIV-Infizierten (Homo- und Heterosexuelle) seien - auch ohne Behandlung - seit "mindesten acht Jahren" "symptomfrei". Das bedeutet, dass die Krankheit bei diesen Personen (auch "healthy long-term non-progressors" genannt) noch nicht ausgebrochen ist. Warum dies möglich ist, sei vorerst aber noch unklar. (APA)

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