Garcia entschuldigt sich für Fehler als peruanischer Staatschef

27. Mai 2001, 11:18
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Präsidentschaftskandidat kritisiert seine Wirtschaftspolitik

Lima - Der Präsidentschaftskandidat und frühere peruanische Staatschef Alan Garcia hat sich zum ersten Mal öffentlich für die Fehler seiner Amtszeit entschuldigt. "Ja, ich habe Fehler gemacht und bitte dafür um Entschluldigung", sagte der Sozialdemokrat am Samstagabend im Fernsehen. Sein größter Fehler während seiner Präsidentschaft von 1985 bis 1990 sei es gewesen, die Hyperinflation von über 7000 Prozent nicht einzudämmen, gestand der 51-Jährige.

Auch seine damalige Steuerpolitik und den Versuch, die Banken zu verstaatlichen, bedauerte der Ex-Präsident im Nachhinein. Wenn er seine damalige Amtszeit mit Punkten zwischen null und 20 bewerten müsse, würde er seine Sozialpolitik mit zwölf, seine Wirtschaftspolitik mit acht bewerten, sagte Garcia.

Garcia hatte 1985 als jüngster Präsident Südamerikas sein Amt angetreten. Nach einem kurzen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte das Land eine seiner schwersten Wirtschaftskrisen. Garcia drosselte die Rückzahlung der Auslandsschulden und versuchte, die Banken zu verstaatlichen. Daraufhin erklärten Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) Peru für kreditunwürdig. In Garcias Amtszeit fiel auch der Beginn des bewaffneten Kampfes der maoistischen Guerillaorganisation Leuchtender Pfad.

Erst Anfang des Jahres war der Politiker der Revolutionären Amerikanischen Volksallianz (APRA) aus dem Exil nach Peru zurückgekehrt, um erneut für die Präsidentschaft zu kandidieren. Im ersten Wahlgang Anfang April erreichte er 26 Prozent der Stimmen und tritt damit am kommenden Sonntag in der Stichwahl gegen den Mitte-Links-Kandidaten Alejandro Toledo an. (APA)

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