Keine Verletzten bei Anschlag in Jerusalem

27. Mai 2001, 09:47
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Autobombe explodierte in belebtem Viertel der Altstadt - Radikale Palästinenserorganisation PFLP bekannte zu Anschlag

Jerusalem - In der Altstadt von Jerusalem ist in der Nacht auf Sonntag eine Autobombe explodiert. Nachdem in ersten Berichten von mindestens drei Verletzten die Rede gewesen war, meldeten in der Folge verschiedene Agenturen, dass es doch keine Verletzten gab. Wie der Polizeichef von Jerusalem, Miki Levy, mitteilte, detonierte der Sprengsatz in der Nähe mehrerer gut besuchter Lokale. Helfer bezeichneten es als "Wunder", dass keine Menschen verletzt wurden. Wie Levy weiter sagte, wurde auch in dem Auto, in dem die Bombe versteckt war, kein Opfer gefunden. Offenbar habe es sich nicht um einen Selbstmordanschlag gehandelt, sagte er.

Hunderte Menschen flohen nach der Explosion in Panik in die umliegenden Seitenstraßen. Polizei und Krankenwagen trafen wenig später am Explosionsort ein. "Mein Gott. Ich war nur drei Meter davon entfernt", sagte ein Mann, der sich auch lange nach der Explosion noch die Ohren zuhielt.

In der Nähe des Anschlagortes befindet sich das Polizeihauptquartier Jerusalems. Sicherheitskräfte sperrten die Umgebung weiträumig ab und suchten nach möglichen weiteren Sprengsätzen. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Erst am Freitagnachmittag hatten sich zwei palästinensische Attentäter in der israelischen Stadt Hadera mit ihrem Auto in die Luft gesprengt. Rund 60 Israelis wurden dabei verletzt.

Palästinenser übernehmen Verantwortung für Autobombe in Jerusalem

Die radikale Palästinenserorganisation "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP) hat am Sonntagmorgen die Verantwortung für eine Autobombe übernommen, die am Samstag kurz vor Mitternacht im Zentrum von Jerusalem explodiert war. Obwohl der Sprengsatz in einem belebten Stadtteil mit vielen Bars und Lokalen detonierte, gab es keine Verletzten. Helfer sprachen angesichts der vielen Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe befanden, von einem "Wunder". Lediglich drei Personen erlitten Schocks. Nach Augenzeugenberichten flüchteten die mutmaßlichen Täter in Richtung Ramallah im Westjordanland.

Erst am Freitag waren bei einem Selbstmordanschlag palästinensischer Extremisten in der Zentralisraelischen Stadt Chadera mehr als 60 Israelis verletzt worden. Die zwei Selbstmordattentäter, die ihr Sprengstoff-beladenes Auto bei einem Bus zur Explosion brachten, kamen ums Leben.

Jerusalems Bürgermeister Ehud Olmert, der sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem nur hundert Meter entfernten Gebäude aufhielt, sagte, es habe für den Anschlag keine Vorwarnung gegeben. (APA/dpa/Reuters)

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