Weitere Autobombe explodiert in West-Jerusalem

27. Mai 2001, 11:26
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Mehrere Verletzte - Volksfront und islamischer Jihad bekennen sich zu Anschlägen

Jerusalem - Bei der zweiten Autobomben-Explosion in West-Jerusalem innerhalb weniger Stunden sind am Sonntagmorgen offenbar mehrere Menschen verletzt worden. Der in einem Fahrzeug deponierte Sprengsatz detonierte im Zentrum von West-Jerusalem nur 100 Meter von der Stelle entfernt, wo am Samstagabend eine Autobombe hochgegangen war, wie der israelische Militärrundfunk berichtete.

Am Ort des Anschlags waren am Morgen mehrere Explosionen zu hören. Dem Militärrundfunk zufolge gab es offenbar "mehrere Verletzte", genauere Angaben gab es zunächst nicht.

Wie die Polizei mitteilte, befand sich mehr als ein Sprengsatz in dem Wagen, der nach der Explosion sofort in Flammen aufging. Die Explosion ereignete sich den Angaben zufolge nahe der belebten Jaffa Straße, nicht weit von der Stelle, wo bereits am späten Samstagabend eine Autobombe detoniert war. Wegen des bevorstehenden jüdischen Feiertags Schawuot, der am Abend beginnt, war die Jaffa-Straße am Morgen fast menschenleer.

Autobombe in Jerusalem war mit Mörsergranaten gefüllt

Das Auto ist vermutlich von palästinensischen Extremisten mit Mörsergranaten, Nägeln und Gewehrkugeln präpariert worden. Kugeln und Nägel wurden durch die Wucht der Explosion bis zu 350 Meter weit geschleudert. Zum Glück explodierte keine der Granaten. Kurz nach dem Anschlag, zu dem sich die "Volksfront für die Befreiung Palästinas" sowie die "Islamische Jihad" (Heiliger Krieg) bekannten, konnte die Polizei in der Nähe des Tatorts einen weiteren Sprengkörper entschärfen.

Die Bombe explodierte nicht weit von der Stelle, wo bereits am späten Samstagabend eine Autobombe detoniert war. Auch für diesen Anschlag hat inzwischen die radikale Volksfront für die Befreiung Palästinas die Verantwortung übernommen. Wie durch ein Wunder wurden bei der schweren Explosion nahe der gewöhnlich belebten Jaffa-Straße nur zwei Passanten leicht verletzt; mehrere Menschen erlitten einen Schock.

Jerusalems Bürgermeister Ehud Olmert forderte nach den beiden Anschlägen Ministerpräsident Ariel Sharon auf, die vor wenigen Tagen verkündete einseitige Waffenruhe der israelischen Armee in den Palästinensergebieten zu beenden. "Wir können so nicht weiter machen. Wir können nicht erlauben, dass unsere Hauptstadt im Belagerungszustand lebt", sagte der Politiker. (APA/dpa/Reuters)

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