Batterien zeigen den Kontostand auf der Bankomatkarte an

27. Mai 2001, 21:35
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Elektrolyte werden in Schichten auf variable Oberflächen "gedruckt"

New York - Die israelische Firma Power Paper hat Batterien entwickelt, die so dick wie Karton sind und auf verschiedene Oberflächen wie Plastik oder Papier aufgebracht werden können. Der Trick der 1,5 Volt Batterie liegt laut den Entwicklern in den Elektrolyten. Als Einsatzgebiet der Zukunft gelten aktuelle LCD-Anzeigen auf dem Chip von Zahlungskarten. Dadurch könnte jederzeit der aktuelle Kontostand abgerufen werden.

"Wie das Rezept von Coca-Cola ist die Chemie der Substanz, die die Elektrolyte in Schichten auf die Oberfläche aufbringt, geheim", erläuterte der CEO von Power Paper, Baruch Levanon. Die Batteriezelle hat eine Lebensdauer von zweieinhalb Jahren. Durch die Flachheit der Batterie ist die Kapazität nicht proportional zu ihrem Volumen. Um die Energie einer AA Alkaline-Batterie erzeugen zu können, müsste die Batterie eine Fläche von rund neun Quadratdezimeter abdecken. Da sie nicht wiederaufladbar ist, gilt ihr hauptsächliches Einsatzgebiet den Wegwerfprodukten, so Levanon.

Ein erstes mikroelektronisches Produkt könnte Ende des Jahres in Deutschland auf den Markt kommen. Die Dresdener Firma KSW Microtec will die "gedruckte" Batterie in einer kleinen Karte einsetzen, auf der die Temperatur von Blutkonserven abgelesen werden kann. Sie soll die Energie zum Messen und für die Anzeige liefern, erklärte Geschäftsführer Thomas Seidowski. Er geht bei einer bestimmten Abnahmemenge von einem Stückpreis von rund 32 Schilling aus. Als weitere mögliche Anwendungen sehen die Entwickler unter anderem blinkende Werbejingles auf Verpackungen sowie elektronische Bücher und Zeitungen. Levanon rechnet innerhalb eines Jahres mit einer wiederaufladbaren Version. Nach Lizenznehmern wird trotz Interessenten noch gesucht. (pte)

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