Waldeck präsentiert sein neues Album

26. Mai 2001, 17:18
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Ein Aushängeschild der heimischen Elektronik- Szene beschreitet neue Pfade

Wien - Klaus Waldeck, ausgebildeter Jurist und Wiener Downbeat Dandy, präsentierte in der Wiener Meierei sein neues Werk "The Night Garden" (BMG Ariola). Sein Debut-Album "Balance Of The Force" gilt als Meisterwerk der Wiener Elektronikszene und war ein einschlagender Erfolg.

Eine entscheidende Phase für die musikalische Entwicklung Waldecks war ein einjähriger London-Aufenthalt im Jahr 1992, den Waldeck nicht, wie geplant, für seine Doktorarbeit über Urheberrecht nutzte, sondern für Remixes diverser House- und Technolabels. Wegbereiter waren nicht zuletzt auch Kruder & Dorfmeister, die einige Tracks für die erste EP "Northern Lights" produzierten. Auf die Frage, ob eine weitere Zusammenarbeit je im Raum gestanden sei, meinte Waldeck: "Es gab die Idee, noch einmal etwas gemeinsam zu machen, aber Peter Kruder war zu der Zeit mehr mit dem Lernen für seine Führerscheinprüfung beschäftigt und hat den Termin drei Mal verschoben, und es ist letzten Endes dann nicht dazu gekommen."

Neue Sounds

"The Night Garden" unterscheidet sich hörbar von "Balance Of The Force". "Genrekonforme Beat-Platitüden und Weichspielersoundteppiche treten zurück zu Gunsten eines dicht gewebten Netzwerkes an phantastischen Melodien", so die poetisch anmutende Charakterisierung des Albums durch die Plattenfirma. Auch kommt eine Melancholie auf, die dem Vorgängeralbum fremd ist. Ins Auge und in weiterer Folge auch ins Ohr springt nicht zuletzt die Widersprüchlichkeit des neuen Albumtitels. Die Metapher der Nacht im Titel solle die teilweise düstere Stimmung des Albums reflektieren.

Die Wahl des Gartens als Gegenpol erklärt Waldeck folgendermaßen: "Garden steht für das Organische, auch weil es sich ein bisschen abheben soll von dem, was sonst im Bereich elektronischer Musik passiert. Es ist auch eine Art Statement in Richtung: 'OK, die letzte Zeit galt der elektronischen Musik, jetzt ist aber auch mal wieder etwas Anderes angesagt'." Auf die Frage, was sein Lieblingstrack auf dem neuen Album sei, meinte Waldeck schmunzelnd: "Das hängt natürlich immer auch von der Stimmung ab, aber 'It Comes From You' gefällt mir schon sehr gut."

Seit heuer betreibt Waldeck auch sein eigenes Label "Dope Noir", dessen Name in gewisser Hinsicht auch Programm ist. Es umfasst ein weites Spektrum elektronischer Musik: "Zwischen drunken downbeats, verjährten Jazzanleihen und elektronischem Gerümpel" will Dope Noir nach eigenen Angaben musikalische Schatten sichtbar machen.(APA)

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