EU fordert: Afghanistan soll Kennzeichnungspflicht für Hindus abschaffen

26. Mai 2001, 16:26
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"Unannehmbare" Anordnung verletzt Menschenrechte

Stockholm - Die Europäische Union hat Afghanistan aufgefordert, die Kennzeichnungspflicht für Hindus abzuschaffen. Es sei diskriminierend, wenn religiöse Minderheiten bestimmte Erkennungszeichen tragen müssen, kritisierte die EU in einer von der Ratspräsidentschaft in Stockholm am Wochenende veröffentlichten Erklärung. Die Anordnung der in Afghanistan herrschenden radikal-islamischen Taliban-Miliz sei "unannehmbar", sie verletze die Menschenrechte der Hindu-Minderheit in dem Bürgerkriegsland.

Mit der Kennzeichnungspflicht hatten die Taliban weltweite Empörung ausgelöst. UNO-Generalsekretär Kofi Annan und die UNO-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson brachten ihr Entsetzen zum Ausdruck. Robinson erklärte, dieses Anordnung erinnere an Nazi-Praktiken.

Laut der Anordnung der Taliban vom Dienstag müssen sich afghanische Hindus künftig durch ein daumengroßes gelbes Stoffzeichen kenntlich machen. Das Abzeichen sollen sie stets in der Tasche bei sich führen und auf Verlangen vorzeigen. (APA/AFP)

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