"Unglaubliche Verschwendung dieser Talente"

26. Mai 2001, 15:56
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Deutsche Gewerkschaft fordert endlich Gesetz zur Gleichstellung am Arbeitsplatz

Osnabrück - Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di dringt auf ein Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz. Die Berliner Regierung müsse das versprochene Gesetz noch in dieser Legislaturperiode vorlegen, forderte die ver.di-Vizevorsitzende Margret Mönig-Raane in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Zwei Anläufe zu tragbaren und freiwilligen Vereinbarungen seien bereits am Widerstand der Wirtschaftsverbände gescheitert.

In Führungspositionen seien Frauen nur zu acht Prozent vertreten und verdienten nach wie vor bis in das Management hinein ein Drittel weniger als Männer, kritisierte Mönig-Raane. Zudem müssten Väter und Mütter künftig Familie leben können, ohne beruflich dafür abgestraft zu werden. Nötig seien flexible, familienfreundliche Arbeitszeiten.

Mönig-Raane sagte weiter, dass eine familienfreundliche Arbeitsorganisation die Erwerbstätigkeit von Frauen erhöhen und den von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangel beseitigen würde. Keine Frauengeneration sei in Deutschland so gut qualifiziert gewesen wie die heutige. "Aber wir betreiben eine unglaubliche Verschwendung dieser Talente", kritisierte die stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende. An dem "gnadenlosen Arbeitszeitregime" resignierten viele Frauen. (APA/AP)

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