Kriegsverbrecher- prozess in Ruanda: Zehn Menschen zum Tod verurteilt

27. Mai 2001, 15:43
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23 weitere Angeklagte erhielten lebenslange Haft

Kigali - In Ruanda sind zehn Menschen wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht in der Stadt Gisenyi im Nordwesten des Landes befand sie des Völkermords und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig, meldete am Samstag der amtliche Rundfunk. Demnach wurden bei der Verhandlung am Freitag 23 weitere Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht verhängte die Todesstrafe unter anderem gegen den ehemaligen Parlamentsabgeordneten Wellars Banzi sowie den Ortsvorsitzenden der im Jahr 1994 regierenden Partei.

Nach einem Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen töteten Angehörige der Bevölkerungsgruppe der Hutu von April bis Juli 1994 systematisch zwischen 500.000 und 800.000 Menschen, überwiegend Angehörige des Tutsi-Volks. Etwa 125.000 mutmaßliche Kriegsverbrecher sitzen derzeit in Ruanda in Untersuchungshaft und warten auf ihren Prozess. (APA)

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