Arafat bedauert "Ohnmacht" der UNO gegenüber Israel

26. Mai 2001, 19:06
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Palästinenserpräsident kündigt Fortsetzung der Intifada an - Russland will über neue Friedensvorschläge reden

Doha - Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat den Vereinten Nationen im Nahost-Konflikt eine ohnmächtige Haltung gegenüber Israel vorgeworfen. Bei einem Treffen der Organisation der islamischen Konferenz in Doha sprach Arafat am Samstag von einer "totalen Ohnmacht des UNO-Sicherheitsrates". In Anspielung auf die USA stellte er die Frage: "Wer verordnet dem Sicherheitsrat dieses Schweigen auf Kosten unseres Volkes und seiner Märtyrer?" Der Palästinenserpräsident kündigte in der Hauptstadt von Katar zugleich die Fortsetzung des Palästinenseraufstandes an. Sein Volk werde seinen Widerstand fortsetzen, "bis die palästinensische Flagge in Jerusalem weht".

Russland will bei dem bevorstehenden Besuch Arafats in Moskau neue Friedenspläne für den Nahen Osten zur Sprache bringen. "Unsere Hauptaufgabe ist, die Vorschläge in die Tat umzusetzen, damit die Gewalt gestoppt wird", sagte Außenminister Igor Iwanow am Samstag bei einem Treffen mit seinem tunesischen Amtskollegen Habib Ben Yahia in Moskau. Arafat wird am Montagabend zu politischen Verhandlungen in Moskau erwartet.

Iwanow erwähnte sowohl die jüngsten ägyptisch-jordanischen Pläne als auch den so genannten Mitchell-Report als Voraussetzung für die Beendigung der Gewalt. Alle Vorschläge sehen die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mehrere Wochen nach dem Inkrafttreten eines Waffenstillstands und eines Stopps des jüdischen Siedlungsbau vor. Russland ist gemeinsam mit den USA Schirmherr des Nahost-Friedensprozesses.(APA/dpa)

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