Serbische Regierung beschließt Öffnung von Geheimdossiers

25. Mai 2001, 22:34
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Bürger erhalten Einsicht in Geheimdienstberichte über "innere Feinde"

Belgrad - Die Bürger Serbiens werden Einsicht in Dossiers der ehemaligen Geheimpolizei nehmen können. Nach einem Bericht der staatlichen Presseagentur Tanjug hat die serbische Regierung den Vorschlag von Innenminister Dusan Mihajlovic akzeptiert, wonach den Bürgern Einsicht in die Dossiers der Geheimpolizei ermöglicht werden soll, welche "die Problematik der inneren Feinde, des inneren Extremismus und Terrorismus" betreffen.

Das Innenministerium hat sich verpflichtet, ein Verzeichnis von Bürgern zu veröffentlichen, über die seitens der Polizei Geheimdossiers angefertigt worden waren. Nach Angaben des Innenministers ist eine "größere Anzahl" von Geheimdossiers zwischen dem Regimewechsel im letzten Oktober bis zur Amtseinführung der neuen serbischen Regierung am 27. Jänner dieses Jahres vernichtet worden.

Wegen Vernichtung von Geheimdossiers waren inzwischen Anklagen sowohl gegen den einstigen Geheimdienstchef Rade Markovic sowie zwei seine Mitarbeiter erhoben worden. Ein Prozess gegen sie soll am 5. und 6. Juni im Belgrader Kreisgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. (APA)

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