Berührungen machen Wüstenheuschrecken kirre

25. Mai 2001, 21:20
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Kontakt an ganz spezifischen Körperstellen schaukelt die Entwicklung vom Einzelgängertum zum Schwarmwesen hoch

Hamburg - So kommt es zum zerstörerischen Phänomen der Heuschreckenschwärme: Sanfte Berührungen bereiten afrikanischen Wüstenheuschrecken - eigentlich EinzelgängerInnen - Lust auf Gesellschaft. Dies haben britische Forscher um den Zoologen Stephen Simpson von der Universität in Oxford herausgefunden, berichtet das Hamburger Magazin "Geo".

Durch zufällige Berührungen an bestimmten Körperstellen würden aus den geborenen Einzelgängern äußerst "gesellige" Tiere. Die eng beieinander sitzenden Insekten gerieten unter besonderen Klimabedingungen am oberen Teil der Hinterbeine aneinander, wodurch sich allmählich ein kumulierender Effekt ergibt und sich letztlich große Schwärme von Tieren zu neuen Futterplätzen aufmachen.

Die Forscher setzten für ihre Versuche 170 Larven der Art Schistocerca gregaria in verschiedene Käfige. Mit einem Pinsel berührten sie die Tiere über einen Zeitraum von vier Stunden an unterschiedlichen Körperstellen - pro Minute jeweils für fünf Sekunden. Diejenigen, die am oberen Teil des Hinterbeins gestreichelt worden waren, suchten später in gemeinsamen Käfigen die Nähe anderer Heuschrecken. Berührungen an Mund, Fühlern und Unterleib ließen die Tiere jedoch kalt. (APA/dpa)

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