Serbischer Innenminster: Milosevic organisierte Mafia

26. Mai 2001, 13:26
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Mihajlovic: "Serbien wird nicht balkanisches Kolumbien sein"

Belgrad/Wien - Der serbische Innenminister Dusan Mihajlovic erklärte am Freitag in Belgrad, dass der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic die Mafia im Staat organisiert hätte. Die bisher gesammelten Beweise würden eindeutig zeigen, dass "die Mafia Milosevic inspirierte" und dass seine engen Mitarbeiter diese dann zur Staatsmafia organisierten, wurde Mihajlovic vom Belgrader Sender "B 92" zitiert.

Der Innenminister betonte auch, dass es vom Ausgang des Kampfes gegen die organisierte Kriminalität abhänge, ob in Serbien die Demokratie oder die Mafia siegen werde. "Ich teile allen mit, dass Serbien nicht das balkanische Kolumbien sein wird, sondern ein normales, rechtsstaatliches, demokratisches, europäisches Land", so Mihajlovic.

Die Staatsmafia sei vor allem in den Zigaretten- und Ölschmuggel involviert gewesen und "die Ausreden waren die internationalen Sanktionen", erklärte Mihajlovic. Die gut organisierten kriminellen Gruppen müssten aber seit den demokratischen Veränderungen in Serbien Einbußen hinnehmen. Aus diesem Grund würden sie sich jetzt einem "neuen Business" widmen, wie etwa dem Kidnapping.

Als jüngstes Beispiel nannte er die Entführung von Miroslav Miskovic, einem der reichsten Bürger Serbiens, der im April entführt wurde. Die Kidnapper des Präsidenten der Firma "Delta Holding" sollen 2,5 bis fünf Millionen US-Dollar (5,82 Mill. Euro/80,1 Mill. S) Lösegeld von der Familie gefordert haben, berichtete damals "B-92". Auch von der Lösung dieses Falles würde abhängen, wer künftig im Staat regieren werde, betonte Mihajlovic. Die Kidnapper seien der Polizei jedenfalls bekannt und mittlerweile auch festgenommen. Mihajlovic hatte angekündigt, zurückzutreten, wären die Kidnapper nicht bis zum 15. Mai verhaftet worden.(APA)

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