Tote und Verletzte bei Bombenanschlägen in Kolumbien

25. Mai 2001, 19:33
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Zwei verheerende Anschläge nahe der Universität von Bogota

Bogota - Bei zwei weiteren Bombenanschlägen sind am Freitag in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota insgesamt vier Menschen getötet und mindestens 23 verletzt worden. Die Sprengsätze seien kurz nacheinander während der Hauptverkehrszeit nahe der staatlichen Universität explodiert, teilten die Behörden mit. Niemand bekannte sich zunächst zu den Anschlägen. In Kolumbien werden seit Wochen Bombenanschläge verübt.

Die erste Bombe mit etwa acht Kilogramm Sprengstoff habe am Morgen vier Menschen, darunter ein Polizist, getötet, berichteten nationale Medien. Kurz darauf sei in unmittelbarer Nähe ein zweiter etwa gleich großer Sprengsatz detoniert. Dabei seien zwei Polizisten, ein Reporter und 20 weitere Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Ein dritter Sprengsatz an einer nahe gelegenen Fußgängerbrücke habe rechtzeitig entschärft werden können.

Der Polizeichef der Hauptstadt, Jorge Linares, teilte mit, zwei der Todesopfer seien völlig zerrissen worden. Es sei nicht auszuschließen, dass es sich bei ihnen um die Bombenleger handle. Eine anonyme Warnung vor einer Autobombe irgendwo im Zentrum der Millionenstadt erwies sich als Fehlalarm.

Zusätzlich zu dem seit Jahrzehnten andauernden Konflikt mit linken Rebellen und rechten Paramilitärs wird Kolumbien seit knapp einem Monat auch durch eine Serie von Bombenanschlägen heimgesucht. Dabei gab es in Cali und Medellin seit Monatsbeginn insgesamt zwölf Tote und 173 Verletzte. Die Welle der Anschläge beunruhigt die Behörden auch angesichts der bevorstehenden Austragung des Fußball-America-Cups vom 11. bis 29. Juli. Insgesamt 20 000 Polizisten und Geheimdienstleute sollen dann für die Sicherheit der Spieler und hunderttausender Fans in Bogota, Medellin, Cali, Barranquilla, Armenia, Pereira und Manizales aufgeboten werden. (APA/dpa)

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