Schwacher Euro verspricht üppige Zuwächse im Sommertourismus

25. Mai 2001, 19:04
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Österreich Werbung rechnet mit Umsatzplus von sechs Prozent

Wien - Österreichs Tourismuswirtschaft kann sich auf einen Supersommer einstellen. Die Prognosen vom Frühjahr, die von Umsatzzuwächsen zwischen fünf und sieben Prozent im Sommerhalbjahr ausgingen, verfestigen sich.

"Wir erwarten ein Umsatzplus von sechs Prozent und eine steigende Tendenz bei den Ankünften", sagte der Chef der Österreich Werbung (ÖW), Arthur Oberascher, dem STANDARD. Im vorigen Sommer sind bei Gesamtumsätzen in der Tourismusbranche von 103,6 Mrd. S (7,5 Mrd. EURO) insgesamt 14,5 Mio. Ankünfte gezählt worden, um 0,9 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Nächtigungen, die vorigen Sommer österreichweit um 2,5 Prozent auf 59,6 Mio. zurückgegangen ist, werde sich heuer bei knapp 60 Mio. stabilisieren. Oberascher: "Die Gäste kommen kürzer, aber öfter im Jahr und geben auch mehr aus."

Rückmeldungen von Reiseveranstaltern ließen im heurigen Sommer Zuwächse bei Urlaubsgästen aus den USA und Großbritannien um rund acht Prozent erwarten. Der schwache Euro wirke dabei wie ein Turbo, weil sich Amerikaner und Briten mit ihren harten Währungen in Europa mehr leisten könnten.


Weniger Budget für ÖW

Auch aus Deutschland, dem für die heimische Tourismuswirtschaft wichtigsten Herkunftsmarkt, sei nach dem Knick im Vorjahr heuer wieder mit steigenden Gästezahlen zu rechnen.

Umfragen zufolge wollten auch Österreicher heuer vermehrt Urlaub im eigenen Land machen, sagte Oberascher. Mit der Austrian Summer Party, die heute, Samstag, und morgen, Sonntag, vor dem Schloss Schönbrunn steigt, wollen die Österreich Werber diesen Trend noch verstärken.

Die ÖW, die seit der Neustrukturierung Anfang des Jahres zu 75 Prozent dem Bund und zu 25 Prozent der Wirtschaftskammer gehört, will trotz geringerer Budgetmittel mehr bewegen als in der Vergangenheit. Früher hatte die ÖW rund 640 Mio. S jährlich zur Verfügung. Heuer kann die Marketingagentur auf insgesamt 517 Mio. S zurückgreifen, wovon 331 Mio. S vom Bund und 116 Mio. S von der Wirtschaftskammer stammen. Knapp 60 Mio. S steuern die Länder bei. Der Rest sind Eigenmittel.

Von den Landestourismusgesellschaften hat bisher nur Salzburg noch keinen Vertrag mit der ÖW abgeschlossen. Oberascher geht aber davon aus, dass dies "in den nächsten Tagen" gelingt. Zusätzlich sollen die Länder noch zwischen 40 und 60 Mio. S an Leistungen bei der ÖW zukaufen. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. 5. 2001)

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