Machtmensch sei du selbst

25. Mai 2001, 17:45
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Eblinger & Partner feiern in der Börse und ehren ihren Boss

"So klein wie da, werden sie mich nie kriegen", bedankte sich der High Performance Management Consulter Peter Eblinger von Eblinger& Partner gerührt bei seinen Kindern und Mitarbeitern, die ihm anlässlich seines großen Zehn- Jahre-Firmenevents im Festsaal der Wiener Börse eine "zwischen Barock und Moderne" angesiedelte Statuette seiner selbst überreichten. Was einen Touch von Oscarverleihung in die strahlende Zeremonie brachte.

"Ja, ich bin durchaus ein Machtmensch, wie 90 Prozent der Anwesenden hier", meinte Eblinger bei der festlichen Doppelconférence mit Moderatorin Tatjana Lackner auf der Bühne, wo gerade noch feiner Dinnerjazz zum Galadiner tönte, das die schicke Mannschaft von Hannah’s Plan auftischte, "aber zur Selbstverwirklichung kommen die meisten Männer nicht, weil sie sich nicht trauen oder einfach darauf vergessen. Selbstverwirklichung ist meist Frauensache, die steht nämlich wie in der Maslowschen Bedürfnispyramide an letzter Stelle. Weit nach Essen, Trinken, sozialen Kontakten, Wohnung oder Erfolg."

Von der Präsenz der insgesamt 300 erschienenen prominenten Gäste, Freunde, Kunden und Mitarbeiter war Peter Eblinger derart überwältigt, dass ihm keine weiteren Wünsche für die Zukunft offen blieben. Die illustren Gäste bekamen durch Gerald Votava im Schlafrock und Herrn Freisinger alias Clemens Haipl von www.elefant.at ihr kabarettistisches Fett ab. Letzterer kann mit Outlook sogar elektronische Briefchen verschicken, hat Elefanten lieber als Kühe, ist in Wahrheit ein Biber mit Thermosflaschenschwanz und hält sein Projekt remiX durch Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll im Gange. Das aktive Sektenmitglied von St. Thekla an der Wieden forderte Eblinger auf, weiterhin TV- Geräte aus Hotelzimmern zu werfen, diese zu verwüsten, lässig, locker und geschmeidig zu bleiben, denn "bad news is better than no news".

Der Volksschauspieler Justus Neumann reflektierte zur schrägen Abrundung launig mit Nestroytexten über Selbstmord, Weltuntergang, Liebesg’schichten und Heiratssachen. Das Motto für Eblinger in diesem Zusammenhang muss wohl gewesen sein: "Sie glauben nicht, was ich für eine Courage hätt’, wenn ich mich nicht fürchten tät’."

Zum Tanz blies die Wiener Tschuschenkapelle und der Boss legte zwischen Säbeltänzen heiße Sohlen aufs Parkett. Resümee: Mit liberaler Gesinnung lassen sich auch in Topconsulting-Kreisen auf Börsenboden Feste so fulminant feiern, wie sie eben fallen.

Standard-Mitarbeiter Matthias Raftl
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