Wertsteigerung dominiert ÖIAG-Strategie

25. Mai 2001, 15:39
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Heinzel: Dafür ist kein staatlicher Kernaktionär notwendig

Wien - Die Strategie der nunmehr 12 Beteiligungsunternehmen der ÖIAG ziele auf Wertsteigerung ab, sagte ÖIAG Aufsichtsratspräsident Alfred Heinzel. Dabei sei egal, ob der Staat Kernaktionär sei oder nicht, die Beteiligungen würden allein unter dem Gesichtspunkt einer Vermehrung des eingesetzten Kapitals geführt. Auch die Frage, ob eine Beteiligung sinnvoll weiter bei der ÖIAG bleiben sollte, falls sich dafür ein Interessent anbiete, sei unter dem Aspekt des Mehrwerts zu beantworten.

Mit dem Privatisierungsauftrag vom 17. Mai 2000 wolle die ÖIAG ihren Schuldenstand total abbauen. Derzeit hält der Schuldenstand bei 37,9 Mrd. S, der Ausgangswert war bei 86,6 Mrd. S. Seither wurden Privatisierungen im Gesamt-Bruttowert von 33,7 Mrd. S durchgeführt (Postsparkasse um 17,8 Mrd. S, Flughafen Wien um 1,98 Mrd. S, Telekom Austria-Börsegang um 13,87 Mrd. S und Österreichische Staatsdruckerei um 45 Mill. S), dazu kamen tesaurierte Dividenden der Beteiligungsunternehmen von ÖIAG und ehemaliger PTBG in Höhe von 5,2 Mrd. S im Jahr 2000 (2,1 Mrd. S 1999) und Fusionsgewinne aus dem Zusammenschluss von PTBG, PTA und ÖIAG in nicht bezifferter Höhe, womit der Schuldenstand um insgesamt 37,9 Mrd. S verkleinert werden konnte. Dividendenzahlungen an den Eigentümer Republik werde die ÖIAG dann wieder aufnehmen, wenn der Schuldenstand auf Null abgesenkt sei, sagte Vorstandssprecher Johannes Ditz. Der Zinsaufwand für die ÖIAG-Schuld, der im Vorjahr rund 3 Mrd. S betrug, werde von der ÖIAG selbst bestritten.

Telekom-Privatisierung

Für die Schuldenfreimachung stehen laut Ditz noch über 47 Prozent ÖIAG-Anteil an der Telekom Austria zur Verfügung, die in den nächsten zwei Jahren für einen weiteren Privatisierungsschritt vorbereitet werden soll. Bis dahin stehe ein Turnaround des Unternehmens im Vordergrund und das Ziel, das Potenzial der Telekomaktie zu steigern.

Für die nächste Zeit habe die ÖIAG drei Privatisierungen in der Pipeline. Erstens die Austria Tabak, die in der letzten Verfahrensphase sei. Dann das Dorotheum, für das es nach der Lösung der Restituierungsfrage bereits sieben konkrete Anfragen gebe, das Informationsmemorandum hiefür werde noch vor dem Sommer fertig sein. Und schließlich die Print Media Austria, für die eine Investmentbank schon bestellt sei. Mit Hilfe dieser drei Privatisierungsschritte werde der Schuldenstand der ÖIAG bis Ende 2001 unter 30 Mrd. S gesenkt werden können, gab sich Ditz überzeugt. Das nachrangige Gesellschafterdarlehen der Republik an die ÖIAG von ursprünglich 5,6 Mrd. S wurde bis auf rund 3 Mrd. S rückgezahlt.

Innerhalb des ÖIAG-Vorstandes, bei dem der Titel "Generaldirektor" und dessen Stellvertreter abgeschafft wird ("Ein Relikt aus der Monarchie", sagte dazu Heinzel), wird Ditz für Privatisierungsfragen und Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein und der neu bestellte Peter Michaelis für Beteiligungsverwaltung, Revision und Vertragsrecht im Zusammenhang mit Privatisierungen. Heinzel sprach auch davon, dass die Kommunikation zwischen Vorständen und Aufsichtsrat verbessert werden solle. (APA)

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