500 Schilling Aufschlag bei jedem neuen Auto

25. Mai 2001, 15:26
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Wirtschaftskammer legt Wünsche für die österreichische Altautoregelung vor

Wien - Wünsche für die nationale Ausgestaltung der im vergangenen Jahr beschlossenen EU-Richtlinie zum Alt-Pkw-Recycling hat die Wirtschaftskammer angemeldet: Demnach sollen Autokäufer künftig bei der Erstanmeldung mit einem zweckgebundenen Pauschalbetrag zur Entsorgung beitragen, die Automobilimporteure sollen zwischen einem individuellen und einem gemeinsamen Weg wählen können, um den von der EU auferlegten Verpflichtungen nachkommen zu können, forderte der Leiter der umweltpolitischen Abteilung, Karl Schwarzer, am Freitag.

Nach der neuen EU-Richtlinie können Autobesitzer (Letzthalter) ihre Altfahrzeuge ab 1. Jänner 2007 kostenlos zurückgeben. Autos, die nach dem 1. Juli 2002 verkauft werden, können bereits ab diesem Zeitpunkt kostenlos zurückgegeben werden. Weiters werden in der Richtlinie Verwendungsverbote für Schwermetalle ausgesprochen bzw. Verwertungsquoten für die Recycling bzw. die Verbrennung vorgegeben.

500 S bei Neuanschaffung eines Autos

Nach dem Vorschlag der Wirtschaftskammer sollen sich künftig auch die Konsumenten durch einen einmaligen Beitrag bei der Zulassung des Neuwagens an der Wiederverwertung beteiligen. In diesem Zusammenhang wurde der Betrag von 500 S (36,3 Euro) genannt, der schon heute, beim in Österreich bestehenden freiwilligen Rücknahmesystem entrichtet werden muss. Auch in Deutschland haben sich Autohersteller und Regierung auf einen solchen Preisaufschlag geeinigt. Weiters sollen die Autoimporteure entscheiden dürfen, ob sie die Verpflichtungen aus der Altauto-Richtlinie künftig gemeinsam oder nach Marken getrennt, also einzeln, erfüllen wollen. Die seit zehn Jahren bestehende freiwillige Vereinbarung soll als "Informationsclearingstelle" beibehalten werden.

Lobende Worte fanden Wirtschaftskammer und Umwelttechniker Franz Neubacher, Verfasser einer Studie über umweltgerechtes Altauto-Recycling, für das seit 10 Jahren bestehende, auf Freiwilligkeit basierende System: die Zahl der Rücknahmen auf Basis dieses System sei im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, die Quote für die stoffliche Verwertung liege bei bis zu 80 Prozent. Als Folge der neuen Richtlinie werden dagegen übertriebene bürokratische Regelungen und steigende Kosten sowohl für Wirtschaft und Konsumenten befürchtet. (APA)

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