Das sind die Mitglieder der Österreichischen Bioethik-Kommission

25. Mai 2001, 16:45
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Namen wurden am Freitag verlautbart, Arbeit beginnt

Wien - Am Freitag wurde die von Bundeskanzler Schüssel initiierte Bio-Ethik-Kommission eingesetzt und die Namen der Mitglieder bekanntgegeben. "Als Vorwarnsystem" versteht der Vorsitzende der Bioethik-Kommission, der Gynäkologe und Theologe Johannes Huber, das neu eingerichtetes Gremium und umriss Problembereiche.

Die Kommission umfasst 18 Experten aus den Fachgebieten Medizin, Gentechnologie, Rechtswissenschaft, Philosophie, Theologie sowie Soziologie:

  • Univ-Prof. DDr. Johannes Huber (Universitäts-Frauenklinik Wien)
    Vorsitzender der Kommission
  • Univ.-Prof. Dr. Karl Acham (Universität Graz, Institut für Soziologie)
  • Ass. Prof. Dr. Holger Baumgartner (Universität Innsbruck, Institut für Biochemische Pharmakologie)
  • Univ.-Prof. Dr. Richard Greil (Universität Innsbruck, Abteilung für Haematologie und Onkologie)
  • Univ.-Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber (Universitätsklinik für Psychiatrie Innsbruck)
  • Univ.-Prof. Josef Insensee (Universität Bonn, rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät)
  • Univ.-Prof. DDr. Christian Kopetzki (Universität Wien, Institut für Staatsrecht)
  • Univ.-Prof. Dr. Ulrich Körtner (Universität Wien, Systematische Theologie)
  • Univ.-Prof. Heinz Ludwig (Wilhelminenspital, 1. Medizinische Abteilung/Onkologie)
  • Univ.-Prof. Dr. Gerhard Luf (Universität Wien, Institut für Rechtsphilosophie)
  • Dr. Barbara Maier (Landesfrauenklinik Salzburg, Gynäkologie)
  • Prof. Dr. Christine Mannhalter (AKH Wien, Institut für Molekularbiologie)
  • Univ.-Prof. Dr. Günther Pöltner (Universität Wien, Institut für Philosophie)
  • Generaldirektor Dr. Heinrich Scherfler (Biochemie Kundl)
  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Renee Schroeder (Bio Center Wien, Institut für Mikrobiologie)
  • Univ.-Prof. Dr. Günther Virth (Universität Wien, Institut für Moraltheologie)
  • Univ.-Prof. Dr. Ina Wagner (TU Wien, Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung)
  • Univ.-Prof. Dr. Kurt Zatloukal (Universität Graz, Institut für Pathologie)
Aufgabe der Kommission ist es laut Aussendung, die Entwicklung der Wissenschaften über die Gesundheit und Krankheit des Menschen und ihrer Anwendungen zu verfolgen. Zu den damit verbundenen gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen und rechtlichen Fragen soll die Kommission aus ethischer Sicht beratend Stellung nehmen.

Die Kommission soll daher die Öffentlichkeit über wichtige Erkenntnisse informieren und die Diskussion über ethische Fragen in der Gesellschaft fördern. Schüssel dazu: "Aufgabe der Kommission ist es, die Politik zu beraten. Keinesfalls werden den politischen Institutionen die Entscheidungen mit der Einrichtung einer solchen Kommission abgenommen."

Umriss der Problemfelder

"In dieser Funktion sind wir allerdings nur eines von mehreren beratenden Gremien", betonte Univ-Prof. DDr. Johannes Huber und sieht daher auch kein Problem, dass die Kommission ausschließlich aus Wissenschaftern besteht.

Huber war als designierter Kommissions-Vorsitzender im Vorfeld der Mitglieder-Bestellung etwa von der Aktion Leben kritisiert worden. Der Wissenschafter werde er sich schwer tun, seine ureigensten Forscherinteressen gegen ethische Überlegungen abzuwägen, hieß es. "Dieser Vorwurf der Befangenheit ist insofern nicht zutreffend, als wir am AKH gerade die umstrittenen Forschungen an Embryonen-Stammzellen nicht praktizieren und dies auch nicht vorhaben", so Huber. Am AKH betreibe man ausschließlich Stammzellenforschung mit Zellen aus Nabelschnurblut.

"Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt, ist jene, was mit den bei der künstlichen Befruchtung anfallenden und potenziell lebensfähigen tiefgefrorenen Embryonen passiert", sagte Huber. Seiner Meinung nach sei es das geringere Übel, diese Embryonen gleichsam umzuprogrammieren - beispielsweise auf Gewebe oder Organe - als sie zu töten. Für diese Ansicht sei er, Huber, schon mehrfach kritisiert worden. Für die Zukunft hofft der Bioethik-Kommissions-Vorsitzende, dass all jene, die sich für Ethik stark machen, auch "Ethik im Gespräch" pflegen. (APA)

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