Skorbut im Norden Afghanistans ausgebrochen

25. Mai 2001, 16:00
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Folgen von Dürre und Bürgerkrieg

Neu Delhi - Im Norden Afghanistans ist wegen Krieg und Dürre die Vitaminmangelkrankheit Skorbut ausgebrochen. Ein Team von "Ärzte ohne Grenzen" fand in der Provinz Farjab 343 Kranke. Zwei Menschen starben an Vitamin-C-Mangel. Dieser entsteht, wenn zu wenig Früchte und Gemüse zur Verfügung sind. Bei Skorbut laufen die Beine der Kranken blau an, das Zahnfleisch blutet, und die Zähne werden locker. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" forderte am Freitag das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen auf, den Menschen in der Region zu helfen.

Afghanistan leidet seit 22 Jahren unter Krieg und Bürgerkrieg. Im vergangenen Jahr kam die folgenschwerste Dürre seit drei Jahrzehnten hinzu. "Die traditionellen Überlebensmechanismen wurden in den vergangenen Jahren einfach überstrapaziert. Ich fürchte, dass die Menschen keine Reserven mehr haben", sagte Stephan Goedgebuur, der Koordinator von "Ärzte ohne Grenzen" im Norden Afghanistans. (APA/dpa)

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