Keine Wiederaufnahme des Bergbaus am Eiblschrofen erwartet

25. Mai 2001, 14:33
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Nach den schweren Felsstürzen 1999 war Schotterabbau eingestellt worden

Innsbruck - Der Antrag der Montanwerke Brixlegg zur Wiedereröffnung des Bergbaus am Eibelschrofen in Schwaz sei nach ersten Verhandlungen von einem Amtssachverständigen der Montanbehörde, Univ.-Doz. Leopold Weber, abgelehnt worden. Dies teilte der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner am Freitag mit.

Nach den schweren Felsstürzen war der Schotterabbau eingestellt worden

Nach den schweren Felsstürzen im Juli 1999 war der Schotterabbau eingestellt worden. Auch die Tiroler Grünen sprachen sich bei einer Pressekonferenz in Innsbruck massiv gegen eine Wiederaufnahme des Bergbaus aus.

Stadt Schwaz war stets gegen eine erneute Öffnung der Bergbaus aufgetreten

Die Stadt Schwaz war stets gegen eine erneute Öffnung der Bergbaus aufgetreten. Die bisher betriebene Förderungsart im Trichterbau sei nun grundsätzlich untersagt worden, hieß es in einer Aussendung der Stadtgemeinde Schwaz. Für mögliche andere Abbauformen seien eine "Reihe von Auflagen und ein Katalog von sehr umfangreichen und über Jahre gehende Untersuchungen festgelegt" worden, betonte Lindtner. Deshalb werde von Experten angenommen, dass eine "Wiederaufnahme des Schotter-Bergbaus nicht mehr zu erwarten" sei, hieß es weiter.

Wirtschaftlich vorteilhaftere Nutzung des Dolomitabbaus angeregt worden

Das Ergebnis der ersten Verhandlung vom vergangenen Mittwoch zum Bergbau in Schwaz hat offenbar zu geteilten Meinungen der Stadtgemeinde Schwaz und des Bergbaubetreibers, den Montanwerken Brixlegg, geführt. Nach Ansicht der Montanwerke hätten sich keine Sicherheitsbedenken gegen die Fortführung des Bergbaus am Eiblschrofen ergeben. Es sei aber eine wirtschaftlich vorteilhaftere Nutzung des Dolomitabbaus angeregt worden, die die Montanwerke nun prüfen würden.

Bis zum Frühjahr hatte es bereits vier Gutachten zum Eibelschrofen gegeben. Bis auf das Expertengutachten der Montanbehörde war die Meinung vertreten worden, dass zwischen Felsabbrüchen und Bergbau ein Zusammenhang nicht auszuschließen sei und ein weiterer Bergbau nicht verantwortbar sei. Der grüne Nationalratsabgeordnete Kurt Grünewald warnte nun davor, dass das "3:1 gegen den Bergbau" nun von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der die letzte Entscheidung zu treffen hat, in ein "0:1" umgewandelt werden könnte.

Heftige Kritik aus dem Ministerium Bartenstein

Für heftige Kritik hatte das "internationale Expertengutachten IEG" aus dem Ministerium Bartenstein (Montanbehörde) gesorgt. Grünewald betonte erneut, dass dieses Gutachten "aufgrund mehrfacher Ungereimtheiten" "kritisch hinterfragt" werden müsse. Da hier "personelle Überschneidungen" vorliegen würden, stelle sich die Frage, "wie groß das Interesse einer Behörde sein kann, sich durch Schließung eines weiteren Bergwerkes in Österreich langsam wegzurationaliesieren".

Zu den Verfassern des IEG hätten mehrere Behördenvertreter gezählt, die auch im "Genehmigungsverfahren involviert waren" und über die Wiederaufnahme mitentscheiden sollten. Dem Gutachten wurde neben Widersprüchlichkeit auch vorgeworfen, nicht dem Stand des Wissens und der Technik zu entsprechen. Außerdem war es als "gefährlich optimistisch" bezeichnet worden. Die Grünen forderten daher eine entsprechende Beweisführung durch "wissenschaftlich nachvollziehbare Meßreihen" und die Klärung der Widersprüche sowie des Verdachtes auf Interessenkonflikte. (APA)

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