Gewitter können bei verschiedenen Wetterlagen entstehen

25. Mai 2001, 15:27
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In Österreich blitzt es am häufigsten im Juni, Juli und August.

Wien - Die Voraussetzungen für die Entstehung von Gewittern sind bei verschiedenen Wetterlagen gegeben. Am bekanntesten sind sogenannte Wärmegewitter. Dabei kommt es einfach infolge starker Überhitzung des Erdbodens und bodennaher Luftschichten zu den nötigen Aufwinden für die Gewitterentstehung. Ist es dazu noch weitgehend windstill - das verhindert eine Durchmischung von kühleren und wärmeren Gebieten - und feucht, könnte ein Gewitter bevorstehen.

Wärmegewitter entstehen häufig am Nachmittag

Wärmegewitter entstehen häufig am Nachmittag, wenn die Erwärmung des Bodens ihren Höhepunkt erreicht. Über Gewässern - sie sind tagsüber im Vergleich zum Umland relativ warm - treten Blitz und Donner dagegen häufiger in den Abend- und Nachtstunden auf und führen dann auch kaum zu nachhaltigen Wetterverschlechterungen oder Abkühlungen.

Vorboten von Kaltfronten

Gewitter treten häufig auch als Vorboten von Kaltfronten auf. Durch die herannahende Front wird die vorgelagerte Warmluft rasch angehoben, dadurch können sich Gewitterzellen bilden. Kaltfront-Gewitter beenden Schönwetterperioden meist mit einer dramatischen Abkühlung innerhalb weniger Stunden.

MAnchmal lösen Warmfronten Gewitter aus

In besonderen Fällen können auch herannahende Warmfronten Gewitter auslösen. Häufig ist dieses Phänomen, bei dem schon vorher labil geschichtete, warme Luft auf eine kalte Schicht aufgleitet, in den Südstaaten der USA zu beobachten. Die Warmfront trifft dabei meist aus dem Golf von Mexiko ein. Eine weitere Möglichkeit zur Entstehung von Regen, Blitz und Donner ist in Gebirgen gegeben. Bei sogenannten Orographischen Gewittern werden feuchtwarme Luftmassen an Gebirgshängen gehoben und abgekühlt.

In Kampala gehören Blitz und Donner buchstäblich zum Alltag

Seit Bestehen des Blitzortungssystems ALDIS in Österreich war 1993 das Jahr mit den meisten Entladungen, insgesamt gingen 222.369 Blitze nieder. 1992 waren es dagegen nur 104.918. Die mit Abstand meisten Blitze werden dabei jährlich in den Monaten Juni, Juli und August registriert, bisheriger Spitzenreiter ist der Juli 1993 mit 68.902 Blitzen. Aber es gibt auch Ausreißer in den Wintermonaten, so sprangen die Meßgeräte im Februar des Jahres 1997 nicht weniger als 455mal an.

Daß es über Österreich aber noch vergleichsweise gemütlich zugeht, zeigen etwa Daten von Kampala (Uganda). Dort gehören Blitz und Donner buchstäblich zum alltäglichen Leben, an durchschnittlich 242 Tagen gibt es Gewitter. Insgesamt wüten auf der Erde in jedem Augenblick im Schnitt 2.000 Gewitter, 44.000 pro Tag und 16 Millionen im Jahr. (APA)

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