Das neue Karrieren-Schema an den Universitäten

25. Mai 2001, 13:54
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... soll künftig so aussehen:

Am Beginn der Uni-Laufbahn steht der/die "Wissenschaftliche (Künstlerische) MitarbeiterIn in Ausbildung". Diese Stelle ist mit vier Jahren befristet, es handelt sich nicht um ein Dienst- sondern ein Ausbildungsverhältnis. Bei den Verhandlungen zwischen Regierung und Gewerkschaft wurde vereinbart, dass die Hälfte der Arbeitszeit für das jeweilige Institut zur Verfügung steht, die andere Hälfte soll der eigenen Ausbildung gewidmet sein, insbesondere der Erlangung des Doktorats. Gegenüber dem zur Begutachtung ausgesendeten Entwurf, der ein Jahresbruttogehalt in Höhe von 450.000 S vorsah, ist nun ein deutlich niedrigeres Jahresgehalt von rund 300.000 S brutto geplant.

Nach der Promotion kann mensch sich als "UniversitätsassistentIn" bewerben. Die Dauer des Dienstverhältnisses ist vom/von der RektorIn je nach Bedarf mit vier bis sechs Jahren festzusetzen, wobei sich diese Zeit bei Mutterschutz- und Karenzurlaub, Präsenzdienst oder wissenschaftlichen Auslandsaufenthalten um maximal vier Jahre verlängert. Das jährliche Bruttoentgelt für Uni-AssistentInnen soll - deutlich höher als bisher - 500.000 S betragen, bei einem Lehrauftrag von durchschnittlich vier Semesterstunden 600.000 S.

Neubewerbung

Prinzipiell endet dieses Dienstverhältnis nach vier bis sechs Jahren, für ein Weiterkommen als ProfessorIn ist eine Neubewerbung notwendig. Auf Druck der Gewerkschaft wurde nun aber die Funktion des sogenannten "Staff-Scientist" mit unbefristetem Vertrag eingeführt. Ein Institutsvorstand oder einE Uni-AssistentIn selbst kann beim/bei der RektorIn den Antrag auf eine solche Dauerstelle stellen. Der/die RektorIn muss den Bedarf dafür am jeweiligen Institut prüfen und ob genügend Mittel dafür vorhanden sind. Ist das der Fall, kann er/sie die Position entweder ausschreiben oder einem/einer AssistentIn (das muss nicht unbedingt der/die AntragstellerIn sein) anbieten. Außerdem muss die Qualifikation und fachliche Eignung des/der AssistentIn durch zwei unabhängige GutachterInnen festgestellt werden, die Habilitation ist aber nicht Voraussetzung. "Staff-Scientist" können sich wie Uni-AssistentInnen um eine befristete bzw. unbefristete Professur bewerben.

Professur

Voraussetzung für eine Professur ist auf alle Fälle eine Bewerbung. ProfessorInnen stehen künftig in einem zeitlich mit maximal sieben Jahren befristeten Dienstverhältnis ("VertragsprofessorIn") oder einem unbefristeten Dienstverhältnis ("UniversitätsprofessorIn"). Die Überführung einer Vertragsprofessur in eine unbefristete Professur kann ohne neue Ausschreibung bzw. Bewerbung durch den/die RektorIn erfolgen. Voraussetzung ist, dass der Bedarf der Universität gegeben ist und in einem international besetzten "Peer-Review-Verfahren" durch vier ExpertInnen die hochrangige Qualifikation des/der WissenschafterIn bestätigt wird. Das Jahresbruttoentgelt für ProfessorInnen wird zwischen 600.000 und 1,8 Mill. Schilling liegen, derzeit liegt die Obergrenze bei 1,2 Mill. S (plus Kollegiengelder).

Schrittweise soll mit dem neuen Dienstrecht auch vom bisherigen Planstellen- zu einem Punktesystem gewechselt werden. Im Endausbau sollte jeder Universität für Personal ein bestimmtes Punktekontingent zur Verfügung stehen und die Uni deren Verwendung je nach Bedarf selbst entscheiden. (APA)

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