Wenn Wahnsinn Tradition hat

25. Mai 2001, 13:53
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Fahrer mit gemíschten Gefühlen: "Eigentlich ist es ganz lustig, aber gefährlich"

Monte Carlo - Der Wahnsinn hat wieder Saison in Monte Carlo, die Formel 1 ist zum verrücktesten Rennen des Jahres eingetroffen. Eine Fahrt zwischen Häuserschluchten, die den modernen Sicherheits- Standards nicht mehr entspricht. Auslaufzonen fehlen, die Leitplanken sind bedrohlich nah, und als "Krönung" schießen die Piloten im Fürstentum mit bis zu 260 km/h durch einen Tunnel. Doch missen will keiner der Fahrer diesen Grand Prix.

"Es macht einfach sehr viel Spaß", meint etwa Weltmeister Michael Schumacher, der im Vorjahr einen passenden Begriff für das PS- Spektakel im Steuerparadies gefunden hatte: "Fast schizophren. Aber ich weiß natürlich zu jedem Zeitpunkt, dass es sehr gefährlich ist."

Zu schnell, kein Platz, zu viele Leute

Eigentlich dürfte es den Grand Prix von Monaco nicht mehr geben. Zu schnelle Autos auf zu wenig Platz vor zu vielen Menschen - die berühmte Beschreibung von Ex-Champion Nelson Piquet ist aktueller denn je: "Rennfahren in Monaco ist wie Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer." Für Niki Lauda ist der "Wahnsinn" zwischen Nobelhotels, Grimaldi-Palast, Hochhäusern und Millionen-Yachten schlichtweg "völlig verrückt, nachdenken darfst du nicht". Ralf Schumacher, selbst Unfall-Opfer im Training am Donnerstag, resümierte: "In der Stadt zu fahren, ist eigentlich ganz lustig, aber zu gefährlich."

Abgesehen von der berechtigten Frage, ob man wirklich in Mitten einer dicht bebauten Stadt Formel 1 fahren muss, tun die Organisatoren alles für die Sicherheit. Für den diesjährigen Grand Prix wurden neue Schutz-Gitter vor den Zuschauern und Plexiglas- Scheiben vor den Kommandoständen in der Boxengasse aufgestellt. 32 km Leitplanken, 13.000 Quadratmeter Zäune, 3000 Helfer, über 100.Ärzte, 150 Feuerwehrleute und über 600 Streckenposten sorgen für Sicherheit, Kräne hieven liegen gebliebene Autos innerhalb von Minuten von der Strecke. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schumacher mit Blick aufs Meer

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