Kärntner Nachtclub-König Süssenbacher ab Montag vor Gericht

25. Mai 2001, 13:53
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Zusammen mit 13 anderen Angeklagten wird Menschenhandel vorgeworfen

Linz - Der 56-jährige Nachtclub-König Hellmuth Süssenbacher muss sich zusammen mit 13 anderen Angeklagten ab Montag vor dem Landesgericht Ried im Innkreis verantworten. Ihm wird unter anderem Menschenhandel vorgeworfen. Der Großteil der Beschuldigten weist die Vorwürfe zurück. Der Prozess dürfte mehrere Monate dauern.

Das Landesgericht Ried ist zuständig, weil im Bezirk Braunau am Inn die erste Anzeige in diesem Fall gemacht wurde. Die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe gegen die angeklagten neun Männer und fünf Frauen reichen von Menschenhandel über Körperverletzung, gefährliche Drohung, Nötigung, versuchte Vergewaltigung, versuchte Erpressung sowie Urkundenfälschung bis zum Vergehen nach dem Waffengesetz und versuchtem Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Rund 50 Frauen unter Vortäuschung falscher Tatsachen nach Österreich gelockt

Laut Anklage rund 50 Frauen überwiegend aus Rumänien mit dem Versprechen nach Österreich gelockt worden, sie könnten hier als Tänzerinnen arbeiten. Bedenken wegen mangelnder Tanzausbildung wurden mit dem Hinweis zerstreut, sie müssten nicht anders als in einer Disco tanzen. Ihre Unterschriften auf den Visa-Anträgen sollen von den Beschuldigten gefälscht worden sein. Die Mädchen sollen nach ihrer Ankunft in Österreich sofort in Bordellen gelandet sein, wo ihnen teilweise die Reisepässe abgenommen worden wären. Zudem sollen sie zum Teil mit Drohungen und Schlägen gefügig gemacht und von Anzeigen abgehalten worden sein.

Einer der beiden Angeklagten aus Oberösterreich, soll zusammen mit seiner Mutter ein Lokal im Innviertel betrieben haben, in dem sie die jungen Frauen zur Prostitution gezwungen haben sollen.

Süssenbacher hatte 1997 mit 20 Mill. S Casino Gewinn für Schlagzeilen gesorgt

Hellmuth Süssenbacher hatte 1997 mit dem Gewinn des "Mega Austria Jackpots" in Graz in der Höhe von 20 Mill. S (1,45 Mill. Euro) für Schlagzeilen gesorgt. Vor einigen Jahren war er zudem in Las Vegas Poker-Weltmeister geworden. Ende August vergangenen Jahres war der Kärntner Nachclub-Königkönig, der in Klagenfurt, Velden und Wolfsberg Bordelle betreibt, in seinem Veldener Etablissement "Las Vegas" festgenommen und in das Gefangenenhaus Ried eingeliefert worden.

Bei schlechter Gesundheit

Als sich sein Gesundheitszustand verschlechterte - er ist zuckerkrank und hat Herzprobleme - wurde er Mitte Dezember in die Krankenabteilung der Justizanstalt Wien-Josefstadt überstellt. Mitte Februar wurde er nach sechs Monaten aus der U-Haft entlassen, nachdem seine Anwältin geltend gemacht hatte, dass eine Fortsetzung im Hinblick auf die "Unbescholtenheit" ihres Mandanten "unverhältnismäßig und unangemessen" sei. (APA)

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