Wer fragt, führt das Gespräch

28. März 2002, 16:16
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Faires Kommunikations-
verhalten im Team

Der Chef erteilt den Auftrag, ein neues Projekt im Team zu bearbeiten. Jeder soll einen innovativen Beitrag leisten und neue Ideen einbringen. Die Ideen zu haben, ist dabei eine Sache, sie den anderen zu präsentieren jedoch eine andere.

Die Arbeit im Team ist umso erfolgreicher, je überzeugender jeder zu argumentieren versucht. Eine überzeugende Argumentation liegt vor, wenn die Teammitglieder ihre Ausführungen logisch aufbauen und ihre Meinungen und Stellungnahmen begründen und mit Fakten untermauern.

Kommunikationsprobleme

Dann und wann steht die Gruppe an und scheint nicht weiterzukommen. Viele Vorstellungen liegen auf dem Tisch, aber keiner schafft es, sie zusammenzufügen. Kommunikationsprobleme treten häufig deshalb auf, weil die Gruppenmitglieder nicht auf die Ausführungen des anderen eingehen. Die Kommunikationsstruktur verläuft parallel und nicht integrativ.

Die Lösung ist hierbei, zuallererst zuzuhören. Dann muss man sich das Gesagte durch den Kopf gehen lassen und versuchen, etwas daraus zu machen. Wer sich statt dessen mit einer neuen Idee profilieren will, ohne auch nur über die vorhergegangene nachgedacht zu haben, vergeudet damit die Zeit des Teams.

Gegenfragen

Gegenfragen sind der nächste Schritt, um der Idee des Kollegen näherzukommen. Wie hat er oder sie das gemeint? Wie lässt sich dieser Vorschlag umsetzen? Passt die Lösung zum Image des Kunden? usw.

Wer "fragt, führt" das Gespräch und die Teammitglieder. Wer fragt, gibt die Gesprächsrichtung vor und nötigt die anderen Gruppenmitglieder zu einer Antwort. Aus diesen Antworten kann jedoch sehr viel Konstruktives entstehen.

Faires Lenken

Jedes Gruppenmitglied muss während der Arbeit eine faire Chance erhalten, seine Rolle innerhalb des Teams wahrzunehmen. Faires Lenken unterscheidet sich von Manipulation dadurch, dass offen und transparent diskutiert wird.

Fragen

Man kann zwischen geschlossenen und offenen, direkten und indirekten Fragen unterscheiden.

  • Geschlossene Fragen lassen nur ja, nein, Zahlen oder Fakten als Antwort zu.
  • Offene Fragen geben dem Antwortenden die Möglichkeit, aus seiner Sicht Stellung zu nehmen.
  • Direkte Fragen erkunden unmittelbar, was der Fragende wissen will.
  • Indirekte Fragen verfolgen ein anderes Ziel oder eine bestimmte Strategie. Ein Beispiel dafür sind Suggestiv-,Fang- oder Doppelfragen) z.B: "Halten Sie den Vorschlag des Kollegen Maier nicht auch für zu kostspielig?" Da steht die Antwort schon vorher fest. (red)
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