Lobende Worte für die Burg

25. Mai 2001, 13:35
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Peter Iden auf dem Berliner Theatertreffen: "Das Burgtheater stellt im Moment einen Glücksfall dar, fast eine Art Theaterwunder"

Berlin - "Das Burgtheater stellt im Moment einen Glücksfall dar, fast eine Art Theaterwunder." Das sagte der Juryvorsitzende des Berliner Theatertreffens, Peter Iden, Theaterkritiker der Frankfurter Rundschau, bei der Abschlussdiskussion am Donnerstag. Mit einer Hommage an die "Wiener Burg" endete das 38. Theatertreffen. Es klang am Donnerstag Abend mit einer Aufführung der "Möwe" von Anton Tschechow aus.

Ein Hauch von Abschied lag über der Veranstaltung. Denn nicht nur der langjährige Leiter des Theatertreffens, Torsten Maß, beendet seine Arbeit, auch die fünfköpfige Jury wird nach drei Jahren durch eine neue ersetzt. Am Donnerstag stellte sie sich noch einmal dem Publikum. Jeden Frühling werden die nach Meinung der Kritiker-Jury zehn besten deutschsprachigen Produktionen nach Berlin eingeladen.

Gute Quote

Es sei von manchen mit Erstaunen aufgenommen worden, dass von den zehn Stücken des heurigen Treffens gleich vier vom Wiener Burgtheater stammten, sagte Peter Iden, ließ aber gleichzeitig durchblicken, dass es leicht noch mehr hätten sein können, etwa Horvaths "Der jüngste Tag". Er räumte ein, dass "in Wien Geld da" sei, aber es gebe dort ein Zusammenspiel von Regie, Schauspielern und Bühnenbildnern, "das sind Zeichen, die aus Wien kommen, auf die musste man reagieren".

Idens Jurykollege Benjamin Henriks von der Süddeutschen Zeitung relativierte ein wenig: "Man sollte nicht den Eindruck erwerben, Wien ist die Liga der Schauspielkunst." Er erwähnte die ausgewählten Produktionen aus Hamburg ("Liliom") und Berlin ("Endstation Amerika"). "Die deutsche Schauspielkunst befindet sich auf einem Gipfelpunkt", sagte Henriks. "Ich glaube, das sogenannte Regietheater hat die Schauspieler nach vorne gebracht." (APA)

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