Naturparke-Gipfel 2001: Neue Strategie ohne Bevölkerung auszuschließen

26. Mai 2001, 16:12
posten

Das Burgenland eröffnet inzwischen seine Nummer 4

Wien - "Naturschutz unter der Käseglocke ist in den Kulturlandschaften unserer 34 Naturparke nicht möglich. Gefragt sind vielmehr Lösungen, die mit der Bevölkerung verwirklicht werden ohne die Menschen auszuschließen", sagte Johann Kölbl, Präsident des Verbandes der Naturparke Österreich (VNÖ) am Freitag, zur Eröffnung des Naturparke-Gipfel 2001 in Wien.

Die Teilnehmer erörterten eine Strategie, die die österreichischen Naturparke in den nächsten drei Jahren als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung positionieren und zu einem Vorbild für eine koordinierte Naturparkentwicklung in Europa machen soll. Zusätzlich zu verschiedenen Maßnahmen auf Länderebene sollen vor allem bundesweite Aktivitäten zu diesem Ziel führen.

Lückenschluss

Neben der gemeinsamen Durchführung von Werbe- und Marketingstrategien soll ein Beschäftigungsprojekt durchgeführt werden, das sowohl neue Arbeitsplätze als auch zusätzliche personelle Ressourcen auf Naturparkebene schaffen soll. Auch mit dem Tourismus soll verstärkt zusammengearbeitet werden.

"Naturparke schließen die Lücke zwischen Land- und Forstwirtschaft und Umweltschutz", erklärte Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. Eine weitere große Bedeutung sei das Naturerlebnis selbst: "Man kann Natur nur dann lieben und schützen, wenn man Natur auch erleben kann." Spezielle Bildungsangebote sollen das fördern.

Der Naturpark "Landseer Berge"

Mit einem großen Fest in Kobersdorf ist am Samstag der vierte Naturpark des Burgenlandes - der Naturpark Landseer Berge - eröffnet worden. Er liegt im Übergangsbereich der Alpen zur pannonischen Ebene, ist mehr als 6.000 Hektar groß und umfaßt elf mittelburgenländische sowie eine niederösterreichische Ortschaft.

Österreichweit existieren derzeit 29 Naturparke mit einer Fläche von 150.000 Hektar. Die weitaus meisten dieser geschützten Lebensräume findet man in Ostösterreich, in den Bundesländern Niederösterreich, Steiermark und Burgenland.

Das Burgenland richtete 1996 mit dem österreichisch-ungarischen Naturpark Geschriebenstein - Irottkö seinen ersten Naturpark ein. Dem folgten der Naturpark Raab - Örseg - Goricko im Dreiländereck von Österreich, Ungarn und Slowenien sowie der Naturpark in der Weinidylle im Südburgenland. Sie sind unterschiedlichen Themen gewidmet, haben aber alle das Ziel des Landschaftsschutzes, des Naturerlebnisses, der Förderung von Erholung und Tourismus sowie einer nachhaltigen Regionalentwicklung.

Vulkan Pauliberg

Zu den Potenzialen des Naturparks Landseer Berge zählen der erloschene Vulkan Pauliberg, die Kelten-Ausgrabungen in Schwarzenbach, das Schloss Kobersdorf mit seinen vielfältigen Kulturangeboten bis hin zu den Schloss-Spielen, aber auch die mit viel Engagement in ihrem Bestand gesicherte Burgruine Landsee, die sich für Open Air-Veranstaltungen anbietet und Besucher mit einem phantastischen Ausblick belohnt.

Nach einem Entwicklungskonzept des Regionalmanagements Burgenland soll es im Rahmen des Naturparks Landseer Berge u. a. zur Schaffung eines Leitprojektes "Vulkan Pauliberg" kommen, der das Naturphänomen "Vulkan" mit allen Sinnen erlebbar und spürbar machen soll. Bis jetzt hat der Naturpark Landseer Berge 800.000 Schilling erhalten; davon haben das Land Burgenland und die EU 560.000 Schilling finanziert. Der Rest wurde von den Gemeinden aufgebracht.(APA)

Share if you care.