Kein Kampfhundeverbot in Wien

25. Mai 2001, 16:43
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Hundehaltergesetz soll im Herbst beschlossen werden

Wien - In Wien wird es auch in Zukunft kein Kampfhundeverbot geben. Entsprechende Medienberichte bestätigte am Freitag eine Sprecherin von Wiens Umweltstadträtin Isabella Kossina (S). Auch ein so genannter Hundeführerschein ist im Wiener Hundehaltergesetz, das im Herbst im Landtag beschlossen werden soll, nicht mehr vorgesehen. Die einzige Neuerung wird die verpflichtende Kennzeichnung der Vierbeiner durch einen implantierten Chip sein.

Von den verschärften Bestimmungen, die noch von Kossinas Amtsvorgänger Fritz Svihalek (S) geplant worden waren, ist damit wenig übrig geblieben. Weder wird es eine zwingende Leinen- und Beißkorbpflicht ab einer bestimmten Größe, noch ein Verbot von als gefährlich geltenden Hunderassen geben. Auch ein ursprünglich überlegtes Hundeverbot für Vorbestrafte soll sich in dem Gesetz nicht mehr finden. "Wer seine Strafe hinter sich hat, sollte eine faire Chance erhalten", hieß es dazu aus dem Büro der Stadträtin.

Mit Enttäuschung reagierte die Wiener Grün-Gemeinderätin Susanne Jerusalem auf die geplante Gesetzesänderung: "Aus dem vollmundig angekündigten Hundehaltergesetz der Wiener SPÖ ist nichts geworden." Kossina habe beim Problem gefährlicher Hunde völlig resigniert. "Offensichtlich muss erst wieder etwas passieren, damit das öffentliche Interesse sich dem Problem gefährlicher Hunde widmet", so die Grüne Gemeinderätin.

Bei entsprechender Ausbildung wird Hälfte der Hundesteuer erlassen

"Es ist vernünftig, dass mit so genannten Rassehundeverboten Schluss ist", erklärte Häupl am Rande einer Pressekonferenz.

Statt der Einführung "Hundeführerscheins", will Häupl nun auf die Motivation der Hundebesitzer setzen: Wer nachweist, dass er eine entsprechende Ausbildung absolviert hat, dem sollte die Hälfte der Hundesteuer erlassen werden."

In Vordergrund steht für Häupl, dass die Polizei für die Einhaltung bestehender Gesetze wie der Beißkorb- oder Leinenpflicht sorgt. Häupl: "Wir werden alle Maßnahmen setzen, dass Kinder, Erwachsene und ältere Leute vor Übergriffen von Hunden entsprechend geschützt werden." (APA)

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