Österreichs Rentenmarkt abseits internationaler Trends

25. Mai 2001, 13:02
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Nationalbank: Bund löst Banken als wichtigster Emittent ab

Wien - Im Jahr 2000 belief sich der Anteil des Bundes an den gesamten Bruttoemissionen in Österreich auf 55,5 Prozent und jener der Kreditinstitute auf 44,1 Prozent. Auch gemessen am aushaftenden Umlaufvolumen von Rentenmarktpapieren ist der Bund nunmehr der wichtigste Wertpapieranbieter in Österreich. Im Jahr 2000 betrug der Anteil des Bundes am gesamten Umlaufvolumen 56,6 Prozent und jener der Kreditinstitute "nur mehr" 39,5 Prozent.

Internationale Trends, die in den letzten Jahren die globalen Rentenmärkte geprägt haben, sind somit am österreichischen Rentenmarkt nur teilweise wieder zu finden, berichtet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) im aktuellen Heft ihrer Publikationsreihe "Berichte und Studien". Hat in Österreich der Bund im Laufe der Neunzigerjahre die Kreditinstitute als wichtigste heimische Emittentengruppe abgelöst, geht die internationale Entwicklung dagegen in Richtung privater Emittenten wie Banken und Unternehmen.

Zudem dominieren in den internationalen Rentenmärkten auf der Abnehmerseite institutionelle Investoren und Primärhändler. Weiters ortet die OeNB Konvergenz der Renditen im Vorfeld der Währungsunion an.

Österreichische Emissionen entwickelten sich dynamischer

In den letzten Jahren ist auch ein verstärktes Auslandsengagement österreichischer Wertpapieremittenten zu beobachten. So haben sich die österreichischen Banken- und Unternehmensemissionen zuletzt weit dynamischer entwickelt, wenn man die von den heimischen Emittenten im Ausland begebenen Wertpapiere mit berücksichtigt.

Die Gründe hierfür liegen laut OeNB im - seit dem Start der Währungsunion innerhalb des Euroraums - eliminierten Wechselkursrisiko, in einem starken Wachstum der Fremdwährungskredite und in der geänderten Ertrags-Risiko-Präferenz der Anleger. Letzteres führte zu einer Abnahme der Einlagen bei Kreditinstituten zu Gunsten höher verzinster Veranlagungen. Für die Banken entstand damit die Notwendigkeit der verstärkten Mittelbeschaffung über den Kapitalmarkt. (APA)

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