Spaniens Medien protestieren gegen ETA-Anschlag auf Zeitungsmanager

25. Mai 2001, 17:54
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... mit Anzeigenkampagne "Santiago Oleaga, wir vergessen Dich nicht"

Die Medien in ganz Spanien haben sich der Welle des Protests nach dem Mordanschlag der ETA auf den Finanzchef der einflussreichen baskischen Zeitung "El Diario Vasco" angeschlossen. Die meisten Blätter druckten am Freitag eine ganzseitige Annonce, auf der vor schwarzem Hintergrund auf spanisch und baskisch zu lesen ist: "Santiago Oleaga, wir vergessen Dich nicht."

"Reporter ohne Grenzen" fordert Treffen mit EU-Ratspräsidentschaft

Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte angesichts der Anschläge auf Journalisten im Baskenland ein Treffen mit der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft. "ETA hat mit diesen Angriffen nicht nur Spanien, sondern ganz Europa und seinen Werten den Krieg erklärt", hieß es.

Der 54-jährige Oleaga war am Donnerstag in San Sebastian hinterrücks mit sieben Schüssen von zwei Terroristen der baskischen Untergrundorganisation getötet worden (etat.at berichtete). Er ist das achte Todesopfer von ETA-Anschlägen in diesem Jahr und das 31. seitdem die Organisation im Dezember 1999 eine 14-monatige "Waffenruhe" aufgekündigt hatte.

Einschüchterung von Journalisten

Der neue Anschlag wurde als Angriff auf die Meinungsfreiheit und als Versuch der ETA gewertet, die ihr unliebsame Presse mundtot zu machen. "Oleaga wurde mit unbeschreiblichem Sadismus ermordet, um alle Journalisten einzuschüchtern, die im Baskenland im Fadenkreuz der ETA sind", hieß es im Leitartikel des "Diario Vasco".

Für die ETA sind alle Journalisten, die nicht die Forderungen nach Unabhängigkeit teilen, "Feinde des Baskenlandes" und "Söldner des spanischen Staates". Bereits vor einem Jahr hatte die ETA einen Kolumnisten der Zeitung "El Mundo" ermordet. Vergangene Woche wurde zudem der Journalist und frühere ARD-Mitarbeiter Gorka Landaburu durch eine Paketbombe schwer verletzt. (APA/dpa)

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