Wiener Büromarkt boomt weiter

25. Mai 2001, 11:51
posten

Neue Büroviertel beliebter als die Innenstadt da Mieten weiter unter internationalem Durchschnitt

Wien - In Wien schießen die Bürotürme in den Himmel: Rund 8,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche gibt es schon jetzt in der Bundeshauptstadt, und die Tendenz ist weiter steigend. Gefragt sind laut einer neuen RegioPlan-Studie vor allem neue und große Objekte mit modernster Infrastruktur und guter Verkehrsanbindung.

RegioPlan ortet derzeit 13 Ballungszentren in Wien, wo - meist in Hochhäusern - neue Büroflächen entstehen oder geplant sind. Dazu gehören vor allem die Donaucity und der Wienerberg, aber auch die Gegend um den Donaukanal und die Lasallestraße, die Gebäude am Handelskai und in der Muthgasse oder die Region um die Gasometer und die Aspang-Gründe. Vor allem die Bezirke Leopoldstadt und Brigittenau sollen in Zukunft am Wiener Büromarkt an Bedeutung gewinnen, weniger gut sieht es dagegen für klassische Bürogegenden wie die Innere Stadt aus, so RegioPlan.

Günstige Mieten und "Tor nach Osteuropa" sprechen für Wien

Ursachen für den generell hohen Bedarf an Büroimmobilien sind laut RegioPlan das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum, die positive Positionierung Wiens als Tor zu Osteuropa und die im internationalen Vergleich günstigen Mieten, die sich mit rund 290 S (21,1 Euro) pro Monat und Quadratmeter weit unter dem Preisniveau von London, Paris oder sogar Warschau bewegen.

Punkten können vor allem neu errichtete Bürogebäude. Viele Unternehmen würden derzeit ihre alten Räumlichkeiten verlassen, um in den Genuss flexiblerer Raumausstattung, modernerer Infrastruktur und niedrigeren Quadratmeterkosten pro Mitarbeiter zu kommen. Besonders groß ist der Bedarf nach Flächen über 4.000 Quadratmetern. Rund 50 Prozent der neu vermieteten Fläche fallen in diese Kategorie. Flächen unter 500 Quadratmetern werden kaum neu vermietet.

Verkehrsanbindung essentiell

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Verkehrsanbindung. "Bei einer Büroimmobilie ohne fußläufig erreichbaren Anschluss zum innerstädtischen Schnellverkehrssystem (insbesondere U-Bahn) ergeben sich rasch Mietpreiseinbußen", so RegioPlan.

Schlechte Karten haben am Büromarkt Gründerzeit-Gebäude und Objekte aus den 60-er- und 70-er Jahren. Auf sie entfallen rund 80 Prozent aller Leerstände. Insgesamt ist die Leerstandsrate allerdings sehr niedrig: Sie lag im Jahr 2000 nur bei 2,4 Prozent aller Wiener Büroflächen. (APA)

Share if you care.