Jerusalem hat nun ein "Center for Austrian Studies"

26. Mai 2001, 19:53
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Eröffnung mit Referat zu "Österreichs Hinterlassenschaften"

Wien - Die Förderung der wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen Israel und Österreich hat sich das "Center for Austrian Studies" an der Hebrew University (HU) zum Ziel gesetzt. Das Zentrum ist gleichsam ein Geschenk Österreichs zum 50jährigen Bestehen Israels im Jahr 1998, wurde zu zwei Dritteln aus öffentlichen Geldern finanziert und wurde am Donnerstag eröffnet.

Ehrengast bei der Eröffnung war der Chef der Österreichischen Nationalbank, Klaus Liebscher. Eröffnungsansprachen hielten der Rektor der Universität Wien, Georg Winckler, Sektionschef Raoul Kneucker vom österreichischen Wissenschaftsministerium, der österreichische Botschafter in Israel, Wolfgang Paul, der Rektor der HU, Menachem Ben Sasson, und die Direktorin des Zentrums, Hanni Mittelmann. Der akademische Leiter des "Center for Austrian Studies", Robert Wistrich, sprach über das Thema "Österreichs Hinterlassenschaften: Juden und die Frage der nationalen Identität".

Die Einrichtung soll vor allem Studenten dienen, die sich für Österreichs Geschichte, Kultur, Kunst, Soziologie und Wirtschaft interessieren. Neben kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten und Ausstellungen sind gemeinsame wissenschaftliche Projekte geplant. Eine bereits angelaufene Forschungskooperation auf dem Gebiet der Ägyptologie leiten Manfred Bietak (Uni Wien) und Orly Goldwasser von der HU. Untersucht wird, inwiefern Ägyptens Neues Reich (ca. 1540-1070 v. Chr.) vorderasiatisch-orientalisch beeinflusst wurde.

Armin Wallas (Universität Klagenfurt) und Hanni Mittelmann werden unbearbeitete Nachlässe jüdisch-österreichischer Autoren editieren. Milli Heyd (Kunsthistorikerin an der HU und Inhaberin des Franz Kardinal König-Lehrstuhls) und Ruth HaCohen (Musikwissenschafterin an der HU) absolvierten eine Vortragstournee über Egon Schiele und Arnold Schönberg an den Universitäten Salzburg und Wien. Weiters wird Robert Schneiders literarischer Erfolg 'Schlafes Bruder' ins Hebräische übersetzt. (APA)

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