Der Weg zur körpereigenen Regeneration

25. Mai 2001, 11:07
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Ende der künstlichen Brustimplantate möglich

Melbourne - Der Gewebebiologe Kevin Cronin vom australischen Bernard O'Brien Institute of Microsurgery verspricht ein Ende von künstlichen Brustimplantaten und gesundheitsgefährdenden Abstoßreaktionen. Er hat eine Methode entwickelt - und bereits erfolgreich an Labor-Ratten, Mäusen und Kaninchen ausprobiert -, den Körper zum "Auspolstern" an gewünschter Stelle zu bewegen. Dazu setzt er ein spezielles "Gerüst" aus biologisch abbaubarem Material unter die Haut, das eine Art Hohlraum bildet. Zellen aus dem umgebenden Gewebe sollen dorthinein wandern, sich vermehren und die "Kammer" nach und nach ausfüllen. Das "Gerüst" hingegen zerfällt mit der Zeit. Cronin präsentierte seine Methode erstmals auf einem Treffen des Royal Australian College of Surgeons, berichtet die Zeitschrift New Scientist. Bei weiblichen Mäusen hat Cronin nach eigenen Angaben bereits erfolgreich Fett- und Brustgewebe an Ort und Stelle "gezüchtet".

Von zentraler Wichtigkeit ist dabei eine so genannte "vaskuläre Schleife" in der Kammer, die sicherstellt, dass das neue Gewebe von Blutgefäßen durchzogen wird. Genaue Details zu dieser "Schleife" will Cronin erst geben, wenn er ein Patent darauf erhalten hat. Für neues Gewebe ist die Blutversorgung durch eigene Gefäße wichtig, sonst besteht immer die Gefahr, dass es sich verhärtet oder sich wieder abbaut. Früheren Forschungsprojekten war es bereits gelungen, in Tierversuchen körpereigene Zellen erfolgreich erst in der Laborschale zu vermehren und dann zu implantieren - wie bei Cronins Methode entfällt so die Gefahr einer Abstoßreaktion durch das Immunsystem.

Einige der Tiere in Cronins Versuchen entwickelten jedoch Infektionen um die Implantate herum, berichtet der Forscher. Britische KollegInnen warnen zudem, dass man besonders bei der Brust-Rekonstruktion von Brustkrebspatientinnen aufpassen müsse, dass sich keine Krebszellen zu vermehren beginnen. Doch seien die KollegInnen sehr interessiert, berichtet New Scientist. Die Versuche seien ein Schritt in die richtige Richtung: Letztlich gehe es nicht darum, komplexe Körperteile im Reagenzglas zu züchten, sondern den Körper dazu zu bringen, sich selbst zu regenerieren. (pte)

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