Dalai Lama fordert China zum Dialog auf

25. Mai 2001, 07:38
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Führer der tibetischen Exilbewegung bei USA-Besuch für autonomes Tibet innerhalb Chinas

Washington - Der Dalai Lama hat China zu Gesprächen über die Zukunft Tibets aufgefordert und betont, beide Seiten müssten einen Weg finden, miteinander zu leben. Ein autonomes Tibet innerhalb Chinas würde vom wirtschaftlichen Erfolg der Volksrepublik profitieren, sagte der Führer der tibetischen Exilbewegung am Donnerstag in einer Rede an der John-Hopkins-Universität in Washington. Umgekehrt könne sich das chinesische Volk von den kulturellen und geistlichen Traditionen Tibets inspirieren lassen.

"Ich glaube, dass wir einen Weg finden müssen, auf eine Weise zusammenzuleben, die sowohl Chinesen als auch Tibetern ein Leben in Würde erlaubt", sagte der Dalai Lama. Die Beziehung der beiden Völker müsse auf gegenseitigem Respekt für die Werte und Traditionen des anderen beruhen. Die Rede bildete den Abschluss des zweitägigen Besuchs des Dalai Lama in Washington. Dabei war er trotz chinesischer Kritik auch von US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus empfangen worden. Die Regierung in Washington hatte vor dem Treffen betont, es handle sich um den Empfang eines religiösen Oberhauptes, nicht um den eines politischen Führers. (APA/AP)

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