Sportflugzeug über Berlin abgestürzt

24. Mai 2001, 22:26
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Mindestens zwei Tote - Beechcraft stürzte in Hinterhof eines Hauses

Berlin - Beim Absturz eines Sportflugzeugs in den Hinterhof eines Berliner Wohnhauses sind Donnerstag Nachmittag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Insassen der Maschine seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, teilte ein Polizeisprecher am Abend mit. Der Pilot der Maschine, nach Angaben der Feuerwehr eine von Usedom (Mocklenburg-Vorpommern) kommende Beechcraft, habe im Landeanflug auf den Flughafen Tempelhof einen Motorschaden gemeldet, unmittelbar darauf sei die Maschine im Bezirk Neukölln in einen Hinterhof gestürzt. Ein Bewohner des Hauses zog sich nach Angaben der Feuerwehr eine Rauchgasvergiftung zu, als er den Verunglückten helfen wollte.

Polizeipräsident Hagen Saberschinsky sprach vor Ort von einem "Riesenglück im Unglück", weil sich trotz des schönen Wetters niemand in dem Hinterhofgarten aufgehalten habe. Den Polizeiangaben zufolge prallte die Maschine gegen 17.00 Uhr in Höhe des dritten Stockwerks gegen eine Brandmauer und stürzte dann im Innenhof auf eine Laube. Laube und Haus hätten sofort Feuer gefangen, dieses habe aber sehr schnell gelöscht werden können. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers war an Bord der Maschine Platz für bis zu fünf Menschen.

Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen sagte vor Ort, es müsse jetzt geklärt werden, warum die Maschine Tempelhof noch angeflogen habe, obwohl sie einen Motorschaden gemeldet habe.

Bei der Beechcraft handelt es sich um eine einmotorige Propellermaschine. Sie hat sechs Sitze und wird seit 1968 hergestellt. Es gibt mehrere Arten, darunter auch eine Turboversion. Die Spannweite liegt je nach Variante bei etwa zehn Metern, die Länge bei etwa 8,40 Metern. Die maximale Reisegeschwindigkeit liegt nach Angaben des Herstellers Beechcraft zwischen 341 (A36) und 394 Kilometern pro Stunde (B36TC). Ihre maximale Reichweite beträgt zwischen 1700 und 2000 Kilometern. (APA/AFP/dpa)

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