Ford sucht Ersatz für Firestone-Reifen

24. Mai 2001, 20:55
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Verbraucherschutzbehörde in Venezuela will Verkaufsverbot für Ford Explorer beantragen

Detroit - Der US-Autohersteller Ford sucht nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem Reifenhersteller Bridgestone/Firestone nach einem neuen Partner. Vorstandschef Jacques Nasser sagte, es liefen Gespräche mit Goodyear, Continental und Michelin. Ford hat Anfang der Woche die zweite massive Reifen-Rückrufaktion innerhalb eines Jahres gestartet: Bis zu 13 Millionen Reifen des Typs Firestone Wilderness sollen ausgetauscht werden. Der gewaltige Rückruf kostet den zweitgrößten Autohersteller der Welt im zweiten Quartal dieses Jahres 2,1 Mrd. Dollar nach Steuern (2,45 Mrd. Euro/33,7 Mrd. S)

Wegen des Streits um die fehlerhaften Reifen hatte Bridgestone/Firestone am Montag die fast 100-jährige Zusammenarbeit mit Ford aufgekündigt. Nasser sagte am Mittwoch, Ford sei auf diesen Schritt nicht vorbereitet gewesen und habe daher keine Gelegenheit gehabt, einen detaillierten Plan für den Ersatz der Firestone-Reifen zu entwickeln.

Mängel an Bridgestone/Firestone-Reifen werden in den USA für Verkehrsunfälle mit mindestens 174 Todesopfern verantwortlich gemacht. Unterdessen fordert die venezolanische Verbraucherschutzbehörde Indecu, den Verkauf des Ford Explorer in Venezuela zu verbieten. Wie eine Sprecherin der Behörde sagte, will Indecu einen entsprechenden Antrag beim Justizministerium stellen. Die Verbraucherschützer haben nach eigenen Angaben Beweise dafür, dass 50 Unfälle in Venezuela mit fehlerhaften Teilen am Ford Explorer in Zusammenhang stehen. (APA/AP/dpa)

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