Rugova will staatliche Unabhängigkeit des Kosovo

24. Mai 2001, 20:54
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Häkkerup: "Vom Kosovo hängt Stabilität der gesamten Region ab"

Wien - Ibrahim Rugova, Chef der größten Albaner-Partei im Kosovo (LDK), besteht auf der Unabhängigkeit Kosovos von Jugoslawien. "Ich dränge darauf, dass Kosovo so schnell wie möglich als unabhängiger Staat anerkannt wird. Die ganze Region würde sich beruhigen, Mazedonien, Albanien, Montenegro, Serbien - obwohl man international anders denkt", sagte Rugova dem "Kurier" (Freitag-Ausgabe). Der UNO-Verwalter des Kosovo, Hans Häkkerup, warnte in der Zeitung vor einer neuen Instabilität durch Flüchtlingsströme. Von der Lage im Kosovo hänge "die Stabilität in der ganzen Region ab."

Die serbischen Behörden würden nicht mehr in den Kosovo zurückkehren, gab sich Rugova überzeugt. "Das ist vorbei. Was einzelne Personen in Belgrad darüber denken, interessiert mich nicht." Auf die Frage, ob serbische Flüchtlinge zurückkehren könnten, meinte der Albaner-Führer, er sei interessiert daran, die Lebensumstände jener Serben, die jetzt da sind, zu verbessern. Rugova sagte weiters, er verurteile die Gewalt in Mazedonien, die dortige Regierung müsse aber Fortschritte machen, um die Probleme der Albaner zu lösen.

Häkkerup räumte ein, dass mit seinem Kompromissvorschlag für einen Verfassungsrahmen im Kosovo weder Albaner noch Serben zufrieden seien. "Den Albanern geht es zu wenig weit, ihr Ziel ist die Unabhängigkeit. Den Serben geht es zu weit, aber sie haben nicht gesagt, dass sie die Wahlen boykottieren." Die Parlamentswahlen seien ein wichtiger Schritt, so Häkkerup weiter. Zur Frage des künftigen Status des Kosovo wollte sich der UNO-Verwalter nicht äußern. Diese falle nicht in seine Kompetenz, eine Entscheidung stehe auch nicht unmittelbar bevor.

Der UNO-Verwalter glaubt nicht, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen den Kämpfen albanischer Rebellen in Mazedonien und Südserbien und Mazedonien einerseits und der Lage im Kosovo andererseits gibt. "Die Wurzeln liegen in Mazedonien und Südserbien. Dort müssen Lösungen gefunden werden." (APA)

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