Worldwatch-Prognose: Die Welt bleibt "auf Kurs"

25. Mai 2001, 21:23
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Wirtschaftlicher Fortschritt zu Lasten von Umwelt und Gesundheit - sowie unter Ausschluss der Entwicklungsländer

Washington - Der wirtschaftliche Fortschritt bringt den Industriestaaten immer mehr Wohlstand, führt aber zugleich zu mehr Gesundheitsrisiken für die Menschen und Gefahren für die Umwelt. Zu diesem Schluss gelangt eine aktuelle Studie des in Washington ansässigen Worldwatch Institute. Ferner wird in dem Bericht darauf verwiesen, dass die Entwicklungsländer immer mehr vom wachsenden Wohlstand in der Welt ausgeschlossen werden.

Der Bericht mit dem Titel "Grundlegende Entwicklungen 2001: Die Trends, die unsere Zukunft gestalten" wurde in Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) erstellt. Der UNEP-Direktor und frühere deutsche Umweltminister Klaus Töpfer erklärte dazu: "Die Herausforderung dieses neuen Jahrhunderts besteht darin, den wirtschaftlichen Fortschritt der letzten 50 Jahre auszudehnen und gleichzeitig den ökologischen Niedergang zu stoppen. Ein kranker Planet wird früher oder später die Wirtschafts ins taumeln geraten lassen."

Der Direktor des Worldwatch-Projekts, Michael Renner, erklärte, man habe immer mehr Beweise dafür gefunden, dass der konsumorientiere Lebensstil der Gesundheit der Menschen und dem Planeten Erde schade. Im Jahr 2000 sei die Weltwirtschaft um 4,7 Prozehnt gewachsen, noch immer lebten aber auf der Erde 1,2 Milliarden Menschen in Armut. Über eine Milliarden Menschen hätten nicht genug zu essen. Auf der anderen Seiten äßen ebenfalls eine Milliarde Menschen zu viel. Nirgends lebten so viele übergewichtige Frauen und Männer wie in den USA.

Auch das Ökosystem wird Worldwatch zufolge immer mehr angegriffen. Die Organisation verwies auf das Schwinden der Wälder, auf die Einengung von Flüssen sowie auf die Zunahme von Giftstoffen in der Umwelt und auf die Veränderung des Klimas. Kritisch äußerte sich Worldwatch auch zu dem Umstand, dass trotz des Wachstums der Pharmaindustrie etwa ein Drittel der Menschheit keinen Zugang zu notwendigen Medikamenten habe. Worldwatch führt dies darauf zurück, dass sich die Pharmaindustrie nur auf die entwickelten Länder konzentriere, die genug Geld habe, um die Medikamente auch zu bezahlen.(APA/AP)

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