Eliettes Einspruch erfolgreich

24. Mai 2001, 20:28
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Karajan-Briefe werden nicht versteigert

Wien - Das Wiener Dorotheum hat am Dienstag die für 6. Juni zum Verkauf angekündigten Briefe, die Herbert von Karajan von 1915 bis 1945 an seine Eltern schickte, aus der Auktion genommen. Gegen die Versteigerung der umfangreichen Briefsammlung hatte der Wiener Rechtsanwalt Alfred Noll namens Eliette von Karajan und deren Töchtern Isabel und Arabelle von Karajan Einspruch erhoben.

Karajans Korrespondenz mit den musikbegeisterten Eltern von seiner Kindheit über die Studienjahre in Salzburg und Wien und den Beginn seiner steilen internationalen Karriere während der Nazizeit - insgesamt rund 800 Briefseiten - sollte mit einem Rufpreis von vier Millionen Schilling in die Auktion gehen. Das Dorotheum habe die Versteigerung "als Geste des Respekts und der freundlichen Haltung gegenüber der Familie Karajan" abgesagt, betont die Pressesprecherin des Dorotheums.

In einem Brief an das Dorotheum hatte der Anwalt nicht nur Paragraph 77 Urhg (Briefschutz) verletzt gesehen, er nannte das Vorgehen auch "eine Despektierlichkeit sonder gleichen". Auch die Veröffentlichung von Passagen aus den betreffenden Briefen auf der Homepage des Dorotheums hatte der Anwalt beanstandet. Diese verstoße gegen das Urheberrecht. Die Passagen sind zugleich mit der Absage der Versteigerung aus der Homepage genommen worden, versicherte das Dorotheum. (APA)

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