Nokia will Weltmarktführung ausbauen

25. Mai 2001, 15:09
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Handy-Marktanteil soll von 35 auf 40 Prozent klettern

Helsinki - Der finnische Handyhersteller und Telekomausrüster Nokia ist trotz der Krise in der Telekombranche zuversichtlich, seinen Marktanteil bei Handys noch ausbauen zu können. "Wir wollen die 40-Prozent-Marke bei Handys erreichen", lautet die Zielvorgabe von Pekka Ala Piettilä, Vorstandsmitglied von Nokia.

Zurzeit halten die Finnen bei etwa 35 Prozent Weltmarktanteil, vor Motorola (13), Siemens (9) und Ericsson (8). Optimistischen Prognosen zufolge sollen heuer 580 Millionen Geräte verkauft werden. Die Telekombranche hat die Erwartungen zuletzt auf 400 bis 450 Mio. Stück gesenkt. Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen will Nokia heuer ab dem zweiten Halbjahr "mehrere neue" Typen Taschentelefone präsentieren, die erstmals auch für die neue Handytechnologie General Packet Radio Service (GPRS) tauglich sind.

GPRS wird derzeit in verschiedenen Ländern Europas eingeführt. In Österreich wird der Standard bereits von allen vier Netzbetreibern angeboten. Derzeit sind lediglich GPRS-Handys der Hersteller Motorola und Sagem erhältlich. Insgesamt vier verschiedene Handytypen, adressiert an Geschäftsanwender, Privat- und Freizeitanwender sowie Lifestyle-Handys, will Nokia auf den Markt bringen, nachdem Motorola vor mehr als einem Jahr sein erstes GPRS-Handy präsentiert hat.


Alleskönner

Via GPRS kann der Anwender nicht nur telefonieren, sondern auch ins Internet einsteigen sowie Texte, Grafiken, Audio- und Videoclips via Mobilfunk versenden und empfangen. Ziel sei es, jede Information zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort, zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Anwenders, über das Mobile Internet via Handynetz dem Anwender verfügbar zu machen, sagt Ala-Pietilä. Und selbstverständlich soll der Nutzer dazu gebracht werden, übliche Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Tankstellenrechnungen oder Einkäufe im Supermarkt bargeldlos mit dem Handy zu bezahlen oder mittels Handy Waren zu bestellen.

Die erforderliche Datensicherheit bei der Geschäftsabwicklung könne durch digitale Signaturen, Benutzerkennungen, durch Aufladen mit Geldbeträgen oder durch so genannte SWIM-Cards erreicht werden. Die Voraussetzung für Mobile Commerce sei allerdings, dass genügend Inhalte, Informationen oder kommerzielle Angebote, die eigens für den mobilen User erstellt werden müssen, angeboten werden. Fehler, die mit der Einführung von WAP (Wireless Application Protocol) begangen wurden, dürften sich nicht wiederholen, mahnt Ala-Pietilä.

Die Handynetzbetreiber hätten mit WAP, das den Abruf internetähnlicher Inhalte am Handy ermöglicht, zu hohe Erwartungen geschürt, die nicht eingehalten wurden.

Die ersten Handys der dritten Mobilfunkgeneration UMTS will Nokia im dritten Quartal 2002 liefern. (Thomas Jäkle, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25. 5. 2001)

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