Duisenberg: Interventionen "Waffe im EZB-Arsenal"

29. Mai 2001, 15:50
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Informationen darüber grundsätzlich erst nach erfolgtem Einsatz

Brüssel - Interventionen am Devisenmarkt zu Gunsten des Euro sind nach Worten von EZB-Chef Wim Duisenberg ein mögliches Instrument der Europäischen Zentralbank (EZB), um den Kurs der Gemeinschaftswährung zu stützen. "Interventionen sind eine Waffe in unserem Arsenal", sagte Duisenberg am Montag bei seiner Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel.

Wie in der Vergangenheit werde die Notenbank die Öffentlichkeit aber erst über den Einsatz dieses Instruments informieren, nachdem die Währungshüter bereits gehandelt hätten.

Der EZB-Präsident räumte ein, dass der Euro seit Jahresbeginn an Wert verloren habe. "Doch nominal, also bereinigt um die Inflationsunterschiede zwischen den Währungsräumen, hat der Euro an Wert zugelegt", sagte Duisenberg.

Währung vier Cent unter Mai-Wert

Wegen der deutlichen Kursverluste des Euro in den vergangenen Tagen waren an den Märkten Spekulationen aufgekommen, die EZB könne wie bereits mehrmals Ende 2000 durch Euro-Stützungskäufe am Markt intervenieren. Am Dienstag notierte die Währung in einer Bandbreite von 0,8536 bis 0,8565 US-Dollar und damit mehr als vier US-Cent niedriger als Anfang Mai.

Duisenberg wiederholte, die EZB verfolge kein Kursziel bei der Gemeinschaftswährung. Der Kurs sei für die Notenbank nur dann von Bedeutung, wenn er einen Einfluss auf die Preisentwicklung in der Euro-Zone habe. Der jüngste Inflationsanstieg in der Euro-Zone beruhe vor allem auf preistreibenden Effekten einiger vorübergehender Faktoren wie der Maul- und Klauenseuche und dem hohen Ölpreis.

Die Inflation in der Euro-Zone kletterte im April auf 2,9 Prozent nach 2,6 Prozent im Vormonat. Analysten erwarten, dass die Jahresteuerung im Mai wegen anhaltenden Preisdrucks von Nahrungsmitteln und Benzin über 3 Prozent gestiegen ist. (APA/Reuters)

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