Nikotin wirkt gegen Tuberkulose

27. Mai 2001, 22:13
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Forscher stellen jedoch klar: Rauchen eignet sich nicht als Therapie

Orlando - Forscher der University of Central Florida haben per Zufall entdeckt, dass Nikotin das Tuberkulose-Bakterium Mycobakterium tuberculosis abtötet. Das Gift der Tabakpflanze könnte damit eventuell gegen die wachsende Zahl resistenter Tuberkulose-Erreger wirken, die auf herkömmliche Antibiotika-Behandlungen nicht mehr ansprechen. Die Wissenschaftler warnen aber: Tabakrauchen stelle keine geeignete Behandlungsmethode für Tuberkulose dar. Sie präsentierten ihre Erkenntnisse jetzt auf dem 101. Kongress der American Society for Microbiology in Orlando/Florida.

Um Tuberkulose-Bakterien abzutöten, reiche eine Nikotinmenge, die kleiner sei, als der Nikotingehalt einer Zigarette, berichtet der Biologe Saleh Naser von der University of Central Florida. Bereits 0,27 Mikrogramm Nikotin pro Milliliter genügten bei Labortests, um den Tuberkulose-Erreger zu vernichten. Warum Nikotin diese Wirkung hat, ist den Forschern noch nicht ganz klar. Weiterführende Studien sind daher geplant.

Sollten sich die Forschungsergebnisse bestätigen, könnten Nikotin-Kapseln oder -sprays künftig gegen Tuberkulose-Erkrankungen eingesetzt werden. Zu glauben, mit Rauchen könne man die Krankheit vermeiden oder heilen, sei aber grundfalsch, so Naser: "Wir sagen nicht: Raucht und holt Euch dadurch Lungenkrebs. Das Nikotin ist beim Rauchen falsch dosiert." Die Menge schwanke sehr stark. Mediziner hatten kritisiert, dass es Raucher gebe, die trotzdem an Tuberkulose leiden. (pte)

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